© Screenshot/Eau de Strache

Österreich
06/26/2015

Eau de Strache: FPÖ-Zitat-Seite vom Netz genommen

Die Seite, die Hasspostings von FPÖ-Politikern sammelte, musste nach Druck von rechts vom Netz genommen werden. Sie soll aber bald wieder online gehen.

von Michael Leitner, Patrick Dax

Der Blog "Eau de Strache" ging erst vor wenigen Wochen ans Netz. Das Ziel: Hasspostings von FPÖ-Politikern sammeln. Doch nun wurde die Seite vom Netz genommen. Der Grund: Einige Facebook-Nutzer haben seine persönlichen Daten in einschlägigen Gruppen verbreitet, darunter neben Namen auch Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Anschrift. Die Daten wurden unter anderem mit den Kommentaren "Viel Spaß" oder "Es ist Krieg...Hallo" gepostet. Der Druck habe ihn nun zum Aufgeben gezwungen, so ein Bekannter des Betreibers auf Facebook. Er sei aber in Sicherheit, es könne ihm nichts mehr passieren. Eine Anfrage der futurezone an den Betreiber blieb bislang unbeantwortet.

Unter anderem postete Norbert Geroldinger, ehemaliger Gemeinderat für die FPÖ im oberösterreichischen Brunnenthal, die Daten des "Eau de Strache"-Gründers. Im Posting bat er um nähere Informationen zur Person und wirft ihm vor, "ein Vakuum zwischen den Ohren" zu haben. Geroldinger fiel bereits in der Vergangenheit mit fragwürdigen Postings auf.

Lösung gefunden

Die Arbeit am Blog soll aber dennoch fortgeführt werden. Der PR-Berater Rudolf Fußi stand mit dem Betreiber der Seite in Kontakt und versuchte eine Lösung zu finden. Am Freitagabend war sie schließlich gefunden. Der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon wird die Domain übernehmen. Der Internet-Unternehmer Harald Kapper das Hosting. Das teilte Fußi über den Kurznachrichtendienst Twitter mit:

Kritik an FPÖ

Eau de Strache dürfte also bald wieder online sein. Die Seite hat es sich zum Ziel gesetzt, fragwürdige und hetzerische Postings von FPÖ-Politikern zu dokumentieren. Zuletzt sorgte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für Aufregung, als er einen Krone-Artikel über die Amokfahrt in Graz teilte und über religöse Beweggründe für die Tat spekulierte. Doch auch der Umgang mit Hasspostings von FPÖ-Anhängern wurde immer wieder kritisiert. Die FPÖ kündigte am Mittwoch jedoch an, dass sie Anzeige gegen zehn Facebook-Nutzer erstatten werde. Sie hatten Hasspostings auf der Facebook-Seite von Strache hinterlassen.