Netzpolitik
04/26/2013

Eric Schmidt befürchtet Aufspaltung des Netzes

Der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt warnt vor einem Auseinanderbrechen des Internet in regional getrennte und staatlich kontrollierte Netzwerke. Jedes Land werde versuchen, das Internet zu regulieren, schreibt Schmidt in seinem Buch „The New Digital Age" (dt. „Das neue digitale Zeitalter").

„Vielleicht wird die wichtigste Frage in zehn Jahren nicht mehr sein, ob eine Gesellschaft das Internet nutzt, sondern welche Version davon."

Es drohe eine „Balkanisierung" mit einzelnen Netzen, in denen jeweils bestimmte Inhalte nicht zugelassen seien, mahnt Schmidt. Staaten würden ihre Kontrolle über die Internet-Infrastruktur ausnutzen, um Inhalte zu filtern. Das finde bereits statt, von der aggressiven Blockade einer Vielzahl an Themen wie in China zur sozial akzeptierten Sperrung von Neonazi-Inhalten oder Kinderpornografie.

Schmidt war bis April 2011 Chef von Google und führt seitdem den Verwaltungsrat des Internetriesen. Er reiste in den vergangenen Monaten etwa nach Nordkorea, um für eine Anbindung des abgeschotteten Landes an das weltweite Datennetz zu werben. Das Buch schrieb er gemeinsam mit Jared Cohen, einem ehemaligen Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der jetzt bei Google arbeitet.

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