Netzpolitik
22.11.2013

Eric Schmidt: Verschlüsselung wird Überwachung schlagen

Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt zeigt sich überzeugt, dass Internet-Nutzer das Katz'-und-Maus-Spiel mit Regierungen durch mehr Verschlüsselung gewinnen werden.

"Wir können Zensur seitens Regierungen innerhalb eines Jahrzehnts beenden", meinte Eric Schmidt unlängst bei seiner Rede vor der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University in Washington D.C.: "Die Lösung für Regierungs-Überwachung ist, alles zu verschlüsseln." Wie Bloomberg berichtet, trat der Google-Verwaltungsratschef besonders scharfzüngig auf.

Schärferes Vorgehen gegen Überwachung

Google plane, genauso wie andere große Online-Unternehmen, in Zukunft schärfer gegen Überwachungsmaßnahmen wie das Prism-Programm des US-Geheimdienstes NSA vorzugehen. Durch Verschlüsselung solle künftig jede Kommunikation unlesbar für Dritte werden. Verschlüsselungssysteme werden aller Wahrscheinlichkeit nach in der gesamten Online-Welt verstärkt zum Einsatz kommen, meint Schmidt.

Im Internet stehe ein Machtwechsel bevor, dem sich sogar Staaten mit bekanntermaßen strengen Zensur-Richtlinien beugen müssten, so Schmidt: "Zuerst wollen sie dich blockieren, dann wollen sie dich infiltrieren, aber am Ende gewinnst du. Die Kräfte verschieben sich." Die bürgerliche Öffentlichkeit werde laut Ansicht Schmidts sogar siegen, obwohl bekannt ist, dass einige Verschlüsselungsmechanismen von Geheimdiensten von Anfang an mit Hintertüren gestaltet worden sind.

Katz' und Maus

"Es ist immer ein Katz'-und-Maus-Spiel. Bei diesem Rennen werden die Zensoren verlieren und die Menschen mehr Macht erhalten", gibt sich Schmidt beinahe klassenkämpferisch. Auch in Richtung China, welches Schmidt unlänst besuchte, warnt der ehemalige Google-CEO: "Du kannst eine gute Idee, die breit akzeptiert wird, nicht stoppen. So wird sich auch China verändern."

Zur Erinnerung: Laut den von Edward Snowden geleakten Geheimdokumenten lieferte auch Google im Rahmen des Prism-Programms bereitwillig Daten an die NSA.