Netzpolitik
06.08.2013

EU beklagt Preisdifferenzen bei Mobilfunkern

Die EU-Kommission übt Kritik an den großen Preisunterschieden zwischen europäischen Mobilfunkern. Die Differenz liegt bei bis zu 774 Prozent, Österreich liegt unter dem EU-Schnitt. Damit will die EU ihren Plan für einen europäischen Mobilfunkmarkt vorantreiben.

Die Preisdifferenz für Handygespräche im Inland ist nach Angaben der EU-Kommission in den EU-Staaten nach wie vor riesig. So gebe es ein 774-prozentiges Gefälle zwischen den Niederlanden, dem teuersten Land, und Litauen, wo Handygespräche am billigsten sind, teilte die EU-Behörde am Dienstag mit.

Zu große Unterschiede
Österreich liegt mit einem durchschnittlichen Tarif von 7,9 Cent pro Minute (Zahlen von 2011) unter dem EU-Schnitt von 9,1 Cent. In den Niederlanden kostet eine Minute Handy-Telefonieren im Inland 14,7 Cent, in Litauen 1,9 Cent.

Die EU-Kommission betont, derartige Unterschiede könnten nicht durch Qualität, Service oder unterschiedliche Kaufkraft in den EU-Staaten erklärt werden. So gebe es für einen Liter Milch in der gesamten EU nur eine Preisdifferenz von 43 Prozent, die Preise liegen demnach zwischen 69 und 99 Cent. Für das iPad gebe es in der ganzen EU nur eine Preisdifferenz von 11 Prozent.

Europäischer Markt 
„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die 28 nationalen Telekom-Märkte in Europa heutzutage den Verbrauchern nicht so nützen, wie ein Binnenmarkt das würde. Es ist wichtig für die gesamte EU, rasch einen Binnenmarkt aufzubauen, um einen wirklich verbundenen Kontinent zu bekommen", sagte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. Kroes wolle im September diesbezüglich Vorschläge machen, erklärte die Kommission.

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