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Europa EU gründet Zentrum gegen Cyberkriminalität .

Foto: Lex van Lieshout, apa
Die EU sagt dem milliardenschweren Betrug im Internet den Kampf an. Bereits 2013 sollen 30 Experten unter dem Dach von Europol in Den Haag den Kampf gegen organisierte Internetkriminalität aufnehmen.

Sie knacken Smartphones, umgehen Firewalls und hacken Banken und Konten von Bankkunden. „Täglich wird eine Million Menschen weltweit Opfer von Cyber-Angriffen“, sagt EU-Kommissarin Cäcilia Malmström. Nicht nur Privatkunden, auch EU-Institionen waren und sind das Ziel von Cybercrime-Attacken: So wurden im Jahr 2007 die Regierungs-Server im EU-Staat Estland lahmgelegt. Und erst im Vorjahr war der Diplomatische Dienst der EU das Ziel einer massiven Hacker-Attacke.

Genaue Daten, in welchem Umfang Verbrechen über das Internet geschehen, gibt es nicht. Der weltweite Schaden, so zitiert die EU-Kommission Schätzungen diverser Internet-Sicherheitsfirmen, belaufe sich zwischen 300 und 700 Milliarden Euro jährlich. Deutsche Behörden meldeten zuletzt weit über 5000 „Phishing“-Vorfälle – damit ist das Ausspähen von Benutzerdaten und Passwörtern gemeint. Täglich werden  zudem mehr als 600.000 Facebook-Konten nach Hacker-Attacken blockiert.

Auf nationaler Ebene haben die EU-Staaten längst eigene Büros zur Bekämpfung der Online-Verbrechen. In Österreich ist das „Cybercrime-Competence-Center“ zentrale nationale Koordinierungs- und Meldestelle. Doch bisher mangelte es auf europäischer Ebene an einer geeigneten Koordinierungsstelle. Am Mittwoch hat  Malmström ihre lang erwarteten  Pläne für ein Europäisches Cybercrime-Zentrum vorgestellt.

In Europol-Zentrale angesiedelt
Ab 2013 sollen demnach vorerst rund 30 Experten von der Europol-Zentrale im niederländischen  Den Haag aus tätig werden. Im Endausbau, verrät die schwedische EU-Kommissarin, werden rund 55 Personen in der neuen Einheit tätig sein. Geschätzte Kosten: Rund 3,6 Millionen Euro pro Jahr.

Ein besonderer Schwerpunkt des europäischen Cybercrime-Zentrums soll auf die Bekämpfung von Internetkriminalität durch mafiöse Gruppen, sowie gegen Cyberattacken auf kritische Infrastruktur (Verkehr, Strom) gelegt werden. Die Cyber-Polizisten von Europol sollen zudem auch Cyberkriminalität eindämmen, die den Opfern großes Leid zufügt – etwa in Form sexueller Ausbeutung von Kindern.

Neue Gesetze Im EU-Parlament verhandeln die Abgeordneten derzeit außerdem Gesetze gegen neuartige Bedrohungen wie „Botnets“: Dabei handelt es sich um Computerprogramme, die illegal auf tausenden privaten Rechnern installiert werden und ferngesteuert auch riesige Netzwerke lahmlegen können. Diskutiert wird im EU-Parlament auch über eine Überarbeitung der Richtlinie gegen die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger.

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(futurezone/Bernhard Gaul) Erstellt am 28.03.2012, 13:00

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