Netzpolitik 10.11.2012

EU-Länder wollen Steuertricks verhindern

Mehrere EU-Länder planen eine gemeinsame Aktion gegen Steuertricks großer Internet-Konzerne. Es liefen bereits intensive Gespräche zwischen den Finanzministerien, heißt es in einem entsprechenden Bericht.

Insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollten Schlupflöcher schließen, die sich große Konzerne wie Google, Apple oder Amazon zunutze machten, heißt es in einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus.

Die Firmen können ihr Geschäft so bilanzieren, dass sie in vielen Staaten kaum Abgaben zahlen. Das Vorgehen solle zunächst innerhalb der EU koordiniert werden, hieß es. In die Gespräche sei auch EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta eingebunden.

Viele große US-Unternehmen lassen große Teile ihres Geschäfts über Töchter in Ländern mit einem günstigeren Steuer-System wie etwa Irland laufen. Die Diskussion darüber läuft schon lange, zuletzt kam sie wieder in Gang als Apple in seinem jüngsten Jahresbericht einen Steuersatz von nur knapp zwei Prozent für die Gewinne außerhalb der USA auswies. Zudem musste sich der Kaffeehaus-Riese Starbucks in Großbritannien gegen Vorwürfe von Steuertricks wehren.

Mehr zum Thema

  • Steuern: Verleger kritisieren Internetkonzerne
  • Apple unter Kritik für niedrige Steuerzahlungen
  • Bericht: Auch Microsoft wandte Steuertricks an
  • Apple: Steuertricks sparen Milliarden Dollar
( DPA ) Erstellt am 10.11.2012