Netzpolitik
21.02.2015

EU prüft Fingerabdruck-Identifizierungssystem

Die EU-Kommission plant europaweit nach Fingerabdrücken zu fahnden. Rechtliche Fragen müssen noch geklärt werden.

Die EU-Kommission will ein automatisiertes System zur Identifizierung von Fingerabdrücken einrichten, berichtet Netzpolitik.org unter Berufung auf die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des deutschen Bundesinnenministeriums. Das „ Fingerabdruck Identifzierungssystem“ (AFIS) solle in das Schengener Informationssystem (SIS II) integriert werden. Erfasst werden sollen Personen nach denen im gesamten Schengen-Raum gefahndet wird, heißt es weiter.

Die EU-weite Abfrage von Fingerabdrücken ist auch heute schon möglich, allerdings nur nach dem Hit-and-Miss-Verfahren, bei dem lediglich mitgeteilt wird, ob in einem anderen Land ein Treffer vorliegt. Die entsprechenden Informationen können dann von den Behörden angefordert werden.

Prüfung

In das Fingerabdruck-Identifizierungssystem sollen künftig Fingerabdrücke aus mehreren Datenbanken integriert werden. Die zentrale Speicherung von biometrischen Daten werfe jedoch rechtliche Fragen auf, die von der Kommission geprüft würden, so Netzpolitik.org. Auch Umsetzungsmöglichkeiten des Systems würden von einem EU-Forschungszentrum evaluiert. Erste Ergebnisse sollen Ende 2015 vorliegen.