Netzneutralität
07/23/2012

EU will gegen Daten-Drossler im Web vorgehen

Öffentliche Konsultation zu offenem Internet gestartet, User sollen vor willkürlicher Verlangsamung geschützt werden

Die EU will Internetnutzer besser vor willkürlicher Verlangsamung oder gar Blockade ihrer Aktivitäten im Netz schützen. Zu diesem Zweck leitete die Europäische Kommission in Brüssel am Montag eine öffentliche Konsultation ein, bei der neben Verbrauchern auch Unternehmen, Verbände und Behörden mit ihrer Meinung gefragt sind. Letztlich geht es um den „offenen und neutralen Charakter" des Netzes, wie es in einer Mitteilung hieß. Beteiligen können sich die Betroffenen durch das Ausfüllen eines Fragebogens auf den Seiten der EU-Kommission.

Derzeit gibt es laut EU immer wieder Einschränkungen des Datenverkehrs im Netz. Dabei werden bestimmte Inhalte entweder langsamer oder gar nicht übertragen. Betroffen sind demnach zum Beispiel Nutzer, die mithilfe von Diensten wie Skype über das Internet telefonieren wollen. Für die Steuerung des Internetverkehrs nutzten Provider zudem auch Technologien, die Inhalte von Datenpaketen untersuchen, etwa zum Schutz vor Viren.

Zusätzlich will die Kommission aufklären helfen, welchen Beschränkungen Verbraucher selbst zustimmen, wie sie erklärte. So habe eine frühere Analyse ergeben, dass bis zu 20 Prozent aller Internetnutzer in der EU tatsächlich Verträge besaßen, die zum Beispiel die Beschränkung ihrer Internet-Telefonate erlaubten.

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