Netzpolitik
08.03.2012

Experten: "Anonymous wird weitermachen"

Nach der Verhaftung von mutmaßlichen Mitgliedern des Anonymous-Kollektivs glauben nun IT-Experten, dass es dennoch künftig weitere Cyberattacken aus dem Umfeld geben wird.

Die Entlarvung des obersten Hackers als FBI-Informant hat der Anonymous-Gruppe einen schweren Schlag versetzt - aufatmen können potenzielle Opfer wie Regierungsstellen und Großkonzerne nach Einschätzung von Experten aber nicht. „Jede neue Aktion wird aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau stattfinden“, sagte Tony Dyhouse von der britischen Sicherheitsfirma QinetiQ am Donnerstag. „In ihren Reihen geht die Angst um.“

Hector Xavier Monsegur, der einst meistgesuchte Hacker der Welt, hatte monatelang für das FBI gearbeitet - offenbar dank einer Kronzeugenregelung. „Bei allen, die ihm vertrauten, herrscht Panik“, sagte die frühere Anonymous-Aktivistin Jennifer Emick, die der Gruppe den Rücken kehrte, nachdem die US-Regierung immer stärker Ziel der Angriffe wurde. „Jetzt werden die Festplatten gesäubert.“ Experten gehen davon aus, dass die Hacker eine Weile brauchen, bis sie erneut im Internet angreifen können.

Monsegur war im Juni festgenommen worden und hatte sich Gerichtsunterlagen zufolge bereiterklärt, mit dem FBI zusammenzuarbeiten. Die Ermittler verlangten Informationen, um fünf weitere, zuvor festgenommene Hacker vor Gericht zu stellen. Die Hacker sind Mitglieder von LulzSec, einer Abspaltung von Anonymous. Die Aktivisten haben sich zu einer Reihe von Angriffen auf Internetseiten bekannt, etwa die des US-Geheimdienstes CIA, der britischen Ermittlungsbehörde Soca, des japanischen Elektronikkonzerns Sony und mexikanischer Regierungsstellen.

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