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Deutschland
02/23/2012

Facebook-Account wird doch nicht beschlagnahmt

Ein Richter in Deutschland wollte erstmals einen Facebook-Account beschlagnahmen lassen. Der Beschluss könnte aber zurückgenommen werden, da der Angeklagte die Daten freiwillig heraus gibt.

Der Machtkampf zwischen einem Reutlinger Amtsrichter und dem Internet-Netzwerk Facebook könnte ohne Sieger zu Ende gehen: Richter Sierk Hamann wollte als wohl erster Strafrichter in Deutschland den Facebook-Account eines Angeklagten beschlagnahmen (die futurezone berichtete). Allerdings gehe es ihm einzig und allein darum, seinen Fall aufzuklären - und nicht darum, den Internet-Riesen mit allen rechtlichen Mitteln zur Herausgabe der Daten zu zwingen, sagte er am Donnerstag bei der Fortsetzung des Prozesses. Weil der 20-jährige Angeklagte ankündigte, die Daten aus seinem Facebook-Profil freiwillig preiszugeben, könnte Hamann seinen Beschlagnahmebeschluss zurücknehmen.

Der Richter vermutet, dass der junge Mann einem Komplizen in Facebook-Nachrichten den entscheidenden Tipp für einen Einbruch in ein Wohnhaus gegeben haben könnte. Juristen hatten zuletzt darauf gehofft, dass der Reutlinger Prozess zum Präzedenzfall werden könnte. Denn wenn Hamann auf offiziellem Rechtsweg an die Facebook-Daten des Angeklagten herangekommen wäre, hätte das wohl Vorbildcharakter für unzählige Strafverfahren in ganz Deutschland.

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