Netzpolitik
25.12.2014

Facebook muss wegen Mitlesen von Messages vor Gericht

Facebook muss sich vor einem US-Gericht wegen der Verletzung der Privatsphäre von Usern verantworten. Konkret geht es um das Durchleuchten von Nachrichten.

Ein kalifornisches Gericht hat entschieden, dass eine Sammelklage von Facebook-Usern zulässig ist. Die klagenden User sehen sich in ihrer Privatsphäre verletzt, da das soziale Netzwerk über seine Plattform versendete Messages nach entsprechenden Links zu Webseiten durchleuchtete und schließlich angepasste Werbeanzeigen - etwa mit "Gefällt mir"-Vorschlägen zu diesen Seiten - anpasste. Laut den Klägern widerspricht dieser Vorgang den US- und kalifornischen Datenschutzgesetzen.

Messages werden weiter gescannt

Facebook hat die Praxis mittlerweile zwar eingestellt, scannt Messages aber immer noch, um User vor schadhaften Links zu schützen. Facebook wollte das Gerichtsverfahren verhindern, indem es den Scan von Nachrichten als etablierten Teil seines Geschäftsmodelles argumentierte. Laut Gericht habe Facebook aber keine genaue Erklärung liefern können, inwiefern das Durchsuchen von User-Nachrichten Teil des Geschäftsmodells sei.