Netzpolitik
21.11.2012

Facebook schafft User-Abstimmung über Regeln ab

Facebook will nach geringer Beteiligung die Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen. Stattdessen solle es unter anderem mehr Gelegenheiten geben, direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk am Mittwoch an.

Die vergangene Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz war in diesem Jahr zur Farce geraten. Die Beteiligung lag mit 350.000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent statt der erforderlichen 30 Prozent aller Mitglieder. Mit inzwischen mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer sei es praktisch unmöglich geworden, die Marke von 30 Prozent zu erreichen. Künftig soll es statt einer Abstimmung weitere Möglichkeiten für Kommentare geben. Deshalb schlage Facebook vor, ein anderes System einzuführen, welches zu "aussagekräftigerem Feedback der Menschen auf Facebook" führe.

Bisher lösten 7.000 Kommentare zu Änderungsvorschlägen automatisch eine Abstimmung aus. Facebook, das immer wieder von Datenschützern kritisiert wird, nannte die Abstimmungen oft als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzer, die Regeln mitzugestalten. Datenschützer hatten die Abstimmung in der Vergangenheit häufig als "Augenauswischerei" kritisiert. Auch Facebook-Kritiker Max Schrems hatte diese aufgrund der großen Hürde als "Farce" bezeichnet.

Neue Datenschutz-Einstellungen
Außerdem kündigte Facebook am Mittwoch wieder einmal eine Erneuerung der Datenschutz-Einstellungen an. So solle es neue Filter für Einträge anderer Nutzer geben und mehr Informationen darüber, wer die eigenen Inhalte wo sehen kann. Die Facebook-Nutzer haben jetzt bis bis zum 28. November Zeit, diese Vorschläge zu kommentieren.

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