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Netzpolitik
07/27/2011

Facebook-Seite von Königshofer offline

Das Facebook-Profil des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Werner Königshofer ist seit Mittwoch Mittag nicht mehr erreichbar. Königshofer hatte dort in den vergangenen Tagen vor einer "Instrumentalisierung" der "schrecklichen Bluttat" in Norwegen gewarnt. Jetzt hat er das Profil vom Netz genommen.

"Die von dir angeforderte Seite konnte nicht gefunden werden", heißt es am Mittwoch auf Facebook, wenn man versucht die höchst umstrittene Profilseite des FPÖ-Politikers aufzurufen. In der Google-Suche scheint der Link zum Profil von Werner Königshofer noch auf. Ein Parteisprecher bestätigte gegenüber der futurezone, dass Königshofer die Seite selbst gelöscht habe. Zu den Gründen konnte der Sprecher keine näheren Angaben machen.

Der Nationalratsabgeordnete hatte sich dort in den vergangenen Tagen mehrfach zu den blutigen Attentaten in Norwegen geäußert. Die Opfer würden "für politische Zwecke gegen rechts instrumentalisiert", war am Sonntag zu lesen. Die Warnung vor der "Gefahr von rechts" fand Königshofer "unfassbar", er schrieb auch von der "Systempresse".

Fragwürdige Pinnwand-Postings
Es gab auch einige fragwürdige Pinnwand-Einträge auf Königshofers Profil. Eine sogenannte "Freundin" schlug etwa vor, Wiens Bürgermeister Häupl an den Galgen zu hängen. Das Posting wurde von Königshofer nicht gelöscht.

Die FPÖ-Spitze zeigte sich am Dienstag wenig erbaut über die Postings auf der Facebook-Pinnwand. Man wolle „Königshofer neuerlich dazu verpflichten, seine Worte zu mäßigen“, so der stellvertretende Parteiobmann Norber Hofer. Außerdem findet Hofer, sein Parteikollege könnte „besser auf seinen Facebook-Freundeskreis“ achten. „Es ist schon auffällig, wie viele Menschen auf seiner Seite Fragwürdiges posten.“

Website "rundumerneuert"
Erst vor wenigen Tagen hat der FPÖ-Abgeordnete seine umstrittene Homepage koenigstiger.at vom Netz genommen und "rundumerneuert" wieder online gestellt. "Notwendig geworden sind diese Revisionsarbeiten wegen diverser Anzeigen und Klagen linksgrüner Neofaschisten und anderer Feinde von Demokratie und Meinungsfreiheit. Nachdem wir die Seite vom Netz genommen haben, freute sich die linke Systempresse. Aber, wie sich zeigt, zu früh. Ich bin wieder da (..)".