© rts

Netzpolitik
09/14/2015

Facebook will Hasspostings stärker bekämpfen

Der US-Konzern kündigte neue Maßnahmen gegen Hasspostings im Internet an. Diese entsprechen aber nicht den Vorstellungen der deutschen Bundesregierung.

Das soziale Netzwerk Facebook kündigte am Montagnachmittag an, künftig verstärkt gegen Hasspostings vorzugehen. Der US-Dienst musste zuletzt in Deutschland heftige Kritik einstecken, da im Rahmen der Flüchtlingsdebatte kaum fragwürdige Inhalte und Kommentare gelöscht wurden. Facebook will laut Spiegel Online nun eine Task Force einsetzen, die sich mit Hasspostings im deutschsprachigen Raum beschäftigen und Lösungen erarbeiten soll. Eine Kampagne soll außerdem die "Gegenrede" im Internet fördern, sodass Hetze in Online-Diskussionen nicht unwidersprochen bleibt.

Eigenes Team für DACH-Raum

Zudem wolle man mit der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter kooperieren. Der Verein überprüft, ob der Jugendmedienschutz im Internet eingehalten wird. Inhalte, die gegen diese Gesetze verstoßen, können über eine Beschwerdestelle gemeldet werden. Damit lagert Facebook offenbar die Prüfung fragwürdiger Inhalte an eine dritte Stelle aus. Der deutsche Justizminister Heiko Maas forderte unter anderem, dass Facebook ein eigenes Team für den deutschsprachigen Raum beschäftigt, das fragwürdige Inhalte prüft und gegebenenfalls löscht. Zudem soll die Zahl der gemeldeten und entfernten Kommentare offengelegt werden.

"Kleine Minderheit"

Im deutschsprachigen Raum werden fragwürdige Inhalte, vor allem wenn sie hetzerische Inhalte behandeln, oftmals nicht gelöscht. Bei sexuellen Inhalten verfolgt der US-Konzern strenge Regeln und löscht Fotos bereits, wenn Nippel zu sehen sind. Laut Facebook setzt man bereits jetzt auf "Muttersprachler" sowie in Deutschland ansässige Mitarbeiter. „Die große Mehrheit der 27 Millionen Menschen, die in Deutschland unseren Dienst nutzen (mindestens einmal in 30 Tagen), tun dies in einer sehr positiven Art und Weise", so Eva-Maria Kirschsieper, Policy Manager Deutschland von Facebook. "Eine sehr kleine Minderheit an Leuten hat jedoch Inhalte verbreitet, die offensichtlich die Linie akzeptabler Meinungsäußerung überschreiten und wir erkennen die damit verbundenen Bedenken an."