Netzpolitik
02.08.2016

FBI-Direktor für Neustart der Handyverschlüsselungsdebatte

Der FBI-Direktor James Comey fordert einen Neuanfang in der Diskussion um die Verschlüsselung von Smartphones, bevor "etwas schreckliches passiert".

Auf der International Conference on Cyber Security in New York hat sich James Comey vergangenen Woche für einen Neuanfang in der Diskussion um die Verschlüsselung von Smartphones ausgesprochen, wie appleinsider berichtet. In der Regierung könne das Thema erst nach der Angelobung eines neuen Präsidenten im Jahr 2017 behandelt werden. "Irgendwann wird es passieren, dass Verschlüsselung eine Rolle bei einem größeren Zwischenfall spielen wird. Wir müssen diese Diskussion führen, bevor das passiert. Denn danach wird es für Nachdenken kaum mehr Zeit geben", sagte Comey.

Das Gespräch mit großen Technologiekonzernen würde Comey zudem lieber hinter verschlossenen Türen führen. Von 4000 als Beweismittel beschlagnahmten Mobiltelefonen konnte das FBI im ersten Halbjahr 2016 500 nicht entschlüsseln. "Niemand ist in diesem Szenario moralisch überlegen, niemand ist der Teufel. Wir teilen alle dieselben Werte", sagte Comey. Verschlüsselung ist seit den San-Bernadino-Attentaten vom vergangenen Dezember ein heißes Thema. Die Behörden haben damals versucht, Apple zu zingen, ein iPhone zu entsperren, dann aber einen anderen Weg gefunden, um an die Daten zu gelangen. Gefunden wurde damals laut Comey nichts, das Hacken des iPhones hat das FBI 1,34 Millionen Dollar gekostet.