Netzpolitik
30.03.2015

FBI wendet sich gegen Smartphone-Verschlüsselung

Bisher trat die US-Kriminalpolizei noch für bessere Verschlüsselung privater Smartphones ein, nun befürchtet die Behörde Schwierigkeiten bei eigenen Ermittlungen.

Die Position des FBI zum Thema Sicherheit für Mobilgeräte scheint sich um 180 Grad gedreht zu haben. Wie der Guardian berichtet, tritt die US-Kriminalpolizei nicht mehr für die Verschlüsselung privater Smartphones ein, sondern wendet sich genau dagegen. FBI-Direktor Jim Comey trat zuletzt vor dem US-Kongress für ein neues Gesetz ein, dass Technologieunternehmen dazu zwingen würde, Hintertüren für die Behörde in die Sicherheitsmechanismen für ihre Kunden einzubauen. Comey deutete an, dass die US-Regierung an einem Gesetz zur leichteren Gewinnung von Beweisen bei Ermittlungsverfahren arbeite.

Die Bemühungen von Technologieunternehmen um mehr Verschlüsselung gaben offenbar den Anlass zur Kehrtwende des FBI. Bisher hatte die Behörde auf ihrer Webseite Privatpersonen noch empfohlen, ihre Mobilgeräte bei Möglichkeit zu verschlüsseln. Dieser Ratschlag ist entfernt worden. Laut dem FBI handelte es sich nicht um Absicht. Man würde lediglich die Webseite neu gestalten.

Das Kongress-Komitee, das mit Comeys Anliegen beschäftigt ist, zeichnet sich unterdessen nicht gerade durch fachliche Brillanz aus. Komitee-Mitglied John Carter, der für die Finanzierung der Cybersicherheits-Maßnahmen der Regierung verantwortlich ist, leitete seine Rede über Verschlüsselung mit den Worten "Ich weiß nichts über dieses Zeug" ein.