Netzpolitik
17.11.2010

FBI will zunehmend im Internet mithören

Ein US-Gesetzesbeschluss soll Anbieter von Online-Kommunikation dazu bringen, Unterhaltungen kurzfristig mitschneiden zu können. Das FBI arbeitet an den konkreten Möglichkeiten.

Wie die New York Times berichtet ist Robert Mueller, Direktor des Federal Bureau of Investigation (FBI), kürzlich nach Silicon Valley gereist, um mit führenden Technologieexperten Möglichkeiten zu erörtern, Kommunikation im Internet abhörbar zu machen.

Dort traf er sich mit Managern führender Internet-Firmen wie Google und Facebook. Wie die Anliegen des FBI aufgenommen wurden, ist nicht bekannt. Von Seiten Facebooks wurde der Besuch bestätigt, genaueres wurde jedoch nicht angegeben. Auch Google wollte das Treffen nicht kommentieren.

Wie schon länger bekannt ist, will das FBI ein US-Gesetz erweitern, das Telekommunikationsunternehmen dazu verpflichtet, im Falle eines gerichtlichen Abhörauftrages sofort entsprechend zu reagieren. Mueller will diese Richtlinie auf Internetfirmen ausweiten, da Menschen zunehmend online kommunizieren. Hierfür existiert unter der Obama-Regierung ebenfalls eine Task-Force um eine entsprechende Gesetzgebung durch den Kongress zu bringen.

Ein derartiges Gesetz könnte weitreichende Folgen haben: So müssten Internet-Firmen Möglichkeiten finden, verschlüsselte Botschaften lesbar zu machen, um sie den Behörden zur Verfügung stellen zu können. Service-Anbieter im Ausland müssten ihre Dienste über US-Server laufen lassen, damit diese im konkreten Fall ebenfalls abgehört werden können.

(futurezone)