Netzpolitik 20.10.2014

Fernmeldeunion fordert uneingeschränkten Internetzugang

Es sei inakzeptabel, dass mehr als zwei Drittel der Menschen in Entwicklungsländern offline sind. Hier sollen mobile Breitbandverbindungen helfen.

Mobile Breitbandverbindungen sind aus Sicht des Generalsekretärs der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wesentlich für uneingeschränkten Internet-Zugang. "Breitband und mobiles Breitband werden der Schlüssel für den Zugang für jedermann in den nächsten Jahrzehnten sein", sagte Hamadoun Toure am Montag zum Auftakt der 19. Bevollmächtigten-Konferenz der UN-Sonderorganisation.

"Keiner sollte das Internet allein regulieren"

Der scheidende ITU-Chef betonte, dass die Organisation nicht die Regierung des Internets sei und auch nicht sein werde. Dass zwei Drittel der Menschen in den Entwicklungsländern und 90 Prozent der Bevölkerung in den 48 von den UN als "am wenigsten entwickelten Ländern" beschriebenen Staaten keinen Internetzugang haben, hatte Toure bereits am Vortag als inakzeptabel bezeichnet.

Zur Konferenz, die bis zum 7. November dauert, werden etwa 3.000 Delegierte erwartet. Zur Diskussion steht auch die Frage, wie stark sich die ITU in der Internetpolitik und bei Standardisierungsfragen engagieren soll. "Keine einzelne Einrichtung sollte das Internet regulieren, keiner kann das Internet allein regulieren", sagte Toure. Zu den anderen Themen gehört unter anderem die Cyber-Sicherheit.

Strategie für vier Jahre

Zum Aufgabenbereich der ITU mit ihren 193 Mitgliedsstaaten gehört, die Qualität der Kommunikationsdienste zu verbessern, technologische Standards zu setzen und Funkfrequenzen zuzuteilen. Auf der Bevollmächtigtenkonferenz werden die strategischen Ziele für die nächsten vier Jahre festgelegt. In Busan wird auch eine neue ITU-Führung gewählt.

( APA ) Erstellt am 20.10.2014