Deutschland
07/18/2011

Festnahme nach Angriff auf Polizei-Server

23-Jähriger wird verdächtigt, Daten ausgespäht und manipuliert zu haben

Nach den Angriffen von Hackern auf Computer der Polizei (die futurezone

) gibt es eine erste Festnahme. Am Sonntag sei ein 23 Jahre alter Deutscher wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten, der Datenveränderung und der Computersabotage festgenommen worden, teilten das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Kölner Staatsanwaltschaft am Montag mit.
Der Mann soll für einen Hackerangriff auf das Peil- und Ortungssystem Patras der Polizei verantwortlich sein. In seiner Wohnung seien Beweismittel gefunden worden.

Die Ermittlungen, ob und welche Daten der Festgenommene von den Servern abgezogen hat, dauerten an. Unter anderem waren Telefonnummern und Namen von der Zollfahndung ins Internet gestellt worden, die auf einem Computer bei der Bundespolizei gespeichert waren.

Keine Daten veröffentlicht
Die Bundespolizei hatte nach Bekanntwerden des Hackerangriffs betont, ihre Ermittlungsdaten seien nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Die „Bild am Sonntag“ berichtete, Computer der Bundespolizei seien schon seit September 2010 mit Spionageprogrammen - sogenannten Trojanern - infiziert. In Sicherheitskreisen wird befürchtet, dass doch Ermittlungsdetails im Internet auftauchen könnten.

Eine Gruppe namens „no name crew“, die offensichtlich hinter dem Datendiebstahl steckt, kündigt im Internet bereits den nächsten Angriff an. Unter dem Motto „Jetzt erst recht“ seien „neue Ziele auf Bundesebene ausgesucht“ worden - der Angriff beginne in gut neun Tagen.

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