© Screenshot, Anonymous

Angriff
07/11/2011

FPÖ-Webseite von Anonymous gekapert

Die FPÖ ist neuerlich ins Visier der Gruppe Anonymous geraten. Die Homepage der Partei wurde Montagfrüh im Zuge der Operation "AntiSec" gekapert. Dabei wurden auch einige Usernamen und verschlüsselte Passwörter veröffentlicht. Die FPÖ erstattete Anzeige beim Verfassungsschutz.

Montagfrüh war auf der FPÖ-Startseite ein geflügeltes Pony zu sehen, unter dem „Pwned“ (Kurzform von „powned“, zu Deutsch „erwischt“) stand. Auch einige Usernamen und dazugehörige Passwörter wurden - jedoch verschlüsselt - veröffentlicht. Die Passwörter wolle man diesmal nicht öffentlich zugänglich machen, sagte ein Anrufer, der sich selbst als "Anonymous" bezeichnete, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Mittlerweile wurden das Pony und die veröffentlichten Usernamen und Passwörter wieder von der Seite entfernt.

Die Aktivisten von Anonymous Austria (AnonAustria) verbreiteten die Nachricht über die gekaperte FPÖ-Webseite über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dort führt auch ein Link auf eine Dokumentation des Angriffs, wo Usernamen und verschlüsselte Passwörter weiterhin einsehbar sind und auch Links zum Download eines 500 MB großen Files der fpoe.at-Datenbank bereitgestellt werden.

"Korrupte Institutionen"
Wie das Netzwerk Anonymous gegenüber der APA erklärte, erfolgte der Angriff auf die Partei-Website im Zuge der „Operation Anti-Security“ (AntiSec) der Gruppe Lulz Security (LulzSec), mit der sich Anonymous kürzlich verbrüderte.

Man wolle auf diese Weise gegen „Regierungen, Banken und andere korrupte Institutionen“ vorgehen, so Anonymous. Die Gruppe will auch die Webseiten anderer österreichischer Parteien kapern. Nach eigenen Angaben hat Anonymous vor allem die Wahrung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Menschenrechte zum Ziel.

FPÖ: "Keine Spielerei"
Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl handelt es sich bei dem Angriff auf die Internet-Seite seiner Partei um einen „kriminellen Akt“ und keinesfalls um eine Spielerei. Die Angreifer seien aber „nicht in sensible Daten eingedrungen“, sie seien inhaltlich an der Oberfläche geblieben, sagte Kickl am Montag. Die FPÖ erstattete Anzeige beim Verfassungsschutz. Das Innenministerium bestätigte, dass Ermittlungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) in Abstimmung mit den regionalen Sicherheitsbehörden laufen.

Dass es nun offenbar im zweiten Anlauf doch gelungen ist, die FPÖ-Seite zu knacken, kommentierte Kickl damit, dass es immer Verbesserungsbedarf gebe. Man werde nun nachbessern und die Lücken schließen. Angesichts der Tatsache, dass nun schon die Seiten von zwei Parlamentsparteien angegriffen wurden, kündigte der FPÖ-Generalsekretär an, mit den anderen Parteien Kontakt aufnehmen zu wollen. Seiner Auffassung nach würde es Sinn machen, sich auf politischer und vielleicht auch auf technischer Ebene abzustimmen.

Am Wochenende wurde von einer weiteren Gruppe eine Liste von Telefonnummern von FPÖ-Politikern im Netz

. Die FPÖ stellte jedoch in Abrede, dass die Nummern von den Servern der Partei stammen.

Auch SPÖ bereits Ziel von Angriffen
Anfang Juli war bereits die Seite der SPÖ gekapert worden. Auch die Seite der FPÖ stand damals bereits im Visier der Aktivisten und war einige Stunden lang vom Netz. Bei dem

auf die Website der SPÖ am 1. Juli waren die Passwörter unverschlüsselt zugänglich, laut den Aktivisten von Anonymous habe das aber „zu viel Ärger“ bereitet. Wenig später war auch die Seite der SPÖ St. Pölten
.

"Schwierige Ermittlungen"
Die Staatsanwaltschaft kämpft nach eigenen Angaben bezüglich der Angriffe mit schwierigen Ermittlungen. Bis jetzt hätten die Ermittlungen nach den Angriffen auf die Websites von SPÖ und FPÖ Anfang Juli noch keine wirklichen Fortschritte gebracht, hieß es am Montag. Demnach erfolgten die Angriffe über Verschlüsselungstools. Bisher sei es noch nicht einmal gelungen, die IP-Adressen zu ermitteln.

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