Netzpolitik
21.11.2012

Frankreich: Cyberangriff auf Präsidentenpalast

Hacker konnten in das Intranet des französischen Präsidentenpalastes eindringen und geheime Dokumente stehlen. Ein französisches Magazin vermutet die USA hinter dem Angriff. Der damalige Präsident Sarkozy soll nicht davon betroffen sein, da er keinen persönlichen Computerzugang dort besitze.

Unbekannte haben sich im vergangenen Mai während den beiden Durchgängen der Präsidentenwahl in Frankreich Zugang zu den Intranet-Seiten und Computern des Elysee-Palastes verschafft, berichtete das Politmagazin „L`Express" am Mittwoch. Die Hacker erbeuteten nach den Angaben zahlreiche Projekte und als Streng Geheim eingestufte Aufzeichnungen und Dokumente. Der damals noch amtierende Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) war allerdings nicht Opfer der Attacke - er besaß laut dem Bericht keinen persönlichen Computerzugang im Präsidentenpalast.

USA hinter Angriff vermutet
Hinter dem Cyber-Angriff sollen laut Informationen von „L`Express" die USA stehen. Der Verwendete Code weise große Ähnlichkeiten mit dem Virus „Flame" auf, das vor allem Rechner im Nahen Osten befiel und von dem vermutet wird Israel und die USA hätten seine Entwicklung in Auftrag gegeben.

Phishing-Methoden verwendet
Zugang sollen sich die Hacker mithilfe des Sozialen Netzwerks „Facebook" verschafft haben: Mitarbeiter des Präsidialamtes seien via Facebook dazu eingeladen worden, sich ins Intranet des Elysee-Palastes zu begeben. Der Link führte allerdings zu einer Reproduktion der Webseite des Präsidentenpalastes. Von dort aus verschafften sich die Angreifer Zugang zu den Passwords, was ihnen den Einbruch in die Webseite Elysee.fr erlaubte. Sie erhielten auch Zugang zu den Computers der engsten Mitarbeiter von Präsident Sarkozy, berichtet das Magazin.

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