Netzpolitik
18.02.2015

Fünf Jahre Haft für Cyber-Jihadisten in Frankreich

Der 35-jährige Marokkaner hatte im Internet mit der Bildung eines Al-Kaida-Kommandos geprahlt. Vor Gericht meinte er, es habe sich nur um leere Worte gehandelt.

Weil er im Internet jihadistische Drohungen von sich gab, ist ein Marokkaner in Frankreich zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 35-Jährige soll nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe zudem abgeschoben werden und darf dann nie wieder nach Frankreich zurückkehren, wie das Pariser Strafgericht am Mittwoch entschied.

Angeklagt worden war der Mann wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung eines Terrorakts. Das Gericht betonte aber, es habe keine konkreten Attentatspläne gegeben.

Kritik an "harter Entscheidung"

"Das ist eine harte Entscheidung gegen jemanden, der nur idiotische Worte von sich gegeben hat, ohne dass es auch nur im Entferntesten den Beginn der Ausübung eines Terrorakts gab", sagte seine Anwältin nach dem Richterspruch. Der Verurteilte hatte unter anderem im Internet damit geprahlt, er baue ein Al-Kaida-Kommando in Marokko auf. Er warnte zudem: "Wir werden nicht hinter unseren Tastaturen sitzen bleiben."

Vor Gericht sagte der Marokkaner, es habe sich nur um "leere Worte" gehandelt, um ein "Delirium". Sein Satz "Friede euch Terroristen, ich bin einer von euch" sei lediglich "ironisch" gemeint gewesen. Die Staatsanwaltschaft betonte dagegen, der Mann habe in seiner Familie und im Internet einen wahren "Bekehrungseifer" an den Tag gelegt und habe eine "Faszination für Waffen". Ein "klar definiertes" terroristisches Vorhaben sei für eine Verurteilung keine Voraussetzung.