Millionen Briten wollen das Referendum nicht wahrhaben und unterzeichnen Petitionen online

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Brexit
06/26/2016

Gegen EU-Austritt: Briten legen Parlamentsseite lahm

Der Schock der EU-Befürworter sitzt in Großbritannien tief. Eine Online-Petition, die ein zweites EU-Referendum fordert, brachte die Behördenserver gestern zum Absturz.

Seit klar ist, dass Großbritannien aus der EU austreten wird, machen Gegner der Entscheidung ihrem Ärger und ihrer Bestürzung online Luft. Neben Millionen von Postings in sozialen Netzwerken brach gestern eine Webseite des britischen Parlaments zusammen. Schuld war eine Petition, die fordert, dass derartige Referendum nur bei 75 Prozent Wahlbeteiligung und mindestens einer 60-Prozent-Entscheidung Gültigkeit erlangen. In den Abendstunden am Freitag war der Andrang so groß, dass die Parlamentsserver in die Knie gingen. Bis Sonntagmorgen hatten bereits knapp drei Millionen Menschen unterzeichnet.

Muss im Parlament diskutiert werden

Die Petitionsseite sieht vor, dass jeder Antrag vom Parlament behandelt werden muss, wenn über 100.000 Menschen online unterschrieben. Mit zwei Millionen Unterschriften schafft die besagte Petition diese Hürde locker und muss im Parlament besprochen werden. Die Chancen, dass es zu einem zweiten Referendum kommt, sind allerdings äußerst gering. Spitzenpolitiker beider Parteien haben das bisher kategorisch ausgeschlossen.

Die Petition ist nicht die einzige im Netz. Auf change.org sammelt ein gewisser James O'Malley fleißig Stimmen, die eine Unabhängigkeit Londons von Großbritannien und einen Beitritt der Stadt zur EU fordern. London hatte ähnlich wie Schottland mit großer Mehrheit für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt. Die Kampagne wird vom Hashtag #londependence begleitet und hält bei bereits 150.000 Stimmen.