Netzpolitik
04/22/2013

Google muss 145.000 Euro Bußgeld zahlen

Zu den peinlichsten Datenschutz-Skandalen von Google gehört die Aufzeichnung von Daten aus WLAN-Hotspots durch seine Street-View-Autos. Nun verhängte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte deswegen eine Geldstrafe gegen den Konzern.

Google soll wegen des Mitschnitts von WLAN-Informationen durch seine Kamera-Wagen in Deutschland ein Bußgeld von 145 000 Euro zahlen. Der Hamburger Datenschutz-Beauftrage Johannes Caspar gab die Strafe am Montag bekannt. Die Kamera-Fahrzeuge machten Aufnahmen für Googles Straßen-Atlas Street View. In den Jahren 2008 bis 2010 speicherten sie aber auch unverschlüsselte Informationen aus WLAN-Netzen auf ihrem Weg.

Mitarbeiter handelte eigenständig
„Unter den im Vorbeifahren erfassten Informationen befanden sich auch erhebliche Mengen an personenbezogenen Daten unterschiedlichster Qualität. Beispielsweise wurden E-Mails, Passwörter, Fotos und Chat-Protokolle erfasst", stellte Caspar in der Mitteilung am Montag fest. Das weltweite Problem war 2010 auf seine Nachfragen hin öffentlich geworden. Nach Ermittlung von US-Behörden hatte ein einzelner Mitarbeiter die Funktion in die Software der Kamera-Wagen eingefügt.

Auch in anderen Ländern Sanktionen
Google musste wegen des Vorfalls bereits in mehreren Ländern Sanktionen hinnehmen. In den USA musste Google sieben Millionen Dollar Strafe zahlen. Der damit verbundene Vergleich stelle sicher, dass Google in der Zukunft keine ähnlichen Taktiken mehr anwende, um ohne Zustimmung an persönliche Daten zu gelangen, teilte der federführende Staatsanwalt aus Connecticut, George Jepsen, Mitte März mit. Das Unternehmen habe sich unter anderem verpflichtet, seine Mitarbeiter entsprechend zu schulen.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft stellte im vergangenen November ihre Ermittlungen ein. Caspar verhängte das Bußgeld im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens.

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