© Claudia Zettel

Zensur
08/11/2012

Google stuft Piraterie-Seiten bei Suche zurück

Der Konzern hat seinen Such-Algorithmus abgeändert. Seiten, gegen die wiederholt und berechtigt Beschwerden wegen Urheberrechtsverstößen eingebracht wurden, werden in der Trefferliste herabgestuft. Das Finden soll so erschwert werden.

Wer künftig nach bestimmten File-Hostern oder Torrent-Seiten bei Google sucht, wird diese schwerer finden. Der Grund: Google verräumt solche Seiten ab nächster Woche weiter hinten in der Trefferliste. So soll das Auffinden von illegalen Inhalten im Netz erschwert werden. Diese Form der Zensur ist ein Zugeständnis an große Rechteinhaber, allen voran an die großen US-Film- und Musikfirmen. Diese kritisieren seit Jahren, dass Google den Tausch illegaler Inhalte unterstütze. Die neue Änderung wird von Industrie-Vertretern entsprechend begrüßt.

Zahl der Beschwerden entscheidend
Von Google degradiert und herabgestuft werden Seiten, gegen die legitime Beschwerden eingereicht wurden. Rechteinhaber können bei Google Seiten melden, der Konzern überprüft die Rechtmäßigkeit der Beschwerde. Stellt sich diese als legitim heraus, fließt dies künftig in den Such-Algorithmus ein. Je mehr geprüfte Beschwerden vorliegen, desto stärker wird eine Seite nach hinten gereiht.

Undurchsichtiger Prozess
Google betont, dass die Seiten aus dem Index nicht gelöscht werden. Weiters wird erklärt, dass sich betroffene Seite wehren können, indem sie Meldung bei Google erstatten. Der Konzern prüft dann den Fall. Wie das genau abläuft und welche Methodik beim Herabstufen angewendet wird, bleibt der Konzern schuldig – was NGOs in den USA stark kritisieren. Allen voran die EFF bemängelt die fehlende Offenheit und sieht kleine Webseiten und Blogger in Gefahr.

Gut für Google Play
Google argumentiert die Änderung damit, dass man Nutzern helfen wolle, legale und qualitative Quellen für Unterhaltungsinhalte zu finden. Anstatt auf Torrent-Seiten – die Beschwerde-Liste des vergangenen Monats führen filestube.com, downloads.nl, isohunt.com und torrenthound.com an - , sollen Nutzer zu Angeboten wie Spotify, Amazon oder etwa Google Play geleitet werden.