© Gregor Gruber

MWC
02/14/2011

Hands-On: Optimus Tab und Optimus 3D

Ein Smartphone mit brillenloser 3D-Darstellung und ein Tablet, dessen Display-Größe das Optimum sein soll: Die FUTUREZONE hat LGs neue Premiumprodukte auf dem Mobile World Congress ausprobiert.

Auf der Pressekonferenz zeigte sich LG angriffslustig. Der Konzern ruft im Jahr 2011 den "echten Tablet Krieg" aus. Von überdimensionierten Smartphones der Konkurrenz, die zu klein sind um sie produktiv zu nutzen, und von viel zu schweren und sperrigen Tablets war die Rede. Gemeint waren natürlich das Samsung Galaxy Tab 7 und das iPad. Und natürlich hat der koreanische Hersteller eine Lösung für das Problem: das Optimus Pad. Auch das Smartphone Optimus 3D will ein Problem lösen: dreidimensionale Inhalte mobil zu machen. Die FUTUREZONE hat beide Lösungen, die ein Problem suchen, angetestet.

Optimus Pad

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Das Optimus Pad hat ein 8,9-Zoll-Display - laut LG die optimale Display-Größe, speziell für den "One-Hand Grip". Sehr optimal hält sich das Tab einhändig nicht - hier treten schnell Ermüdungserscheinungen auf. Nutzt man beide Hände, ist der Kompromiss aus Mobilität und Komfort gelungen. Thumbing, also das Tippen mit den Daumen auf der virtuellen Tastatur im Hochformat, ist gerade noch möglich. Für längere Texte sollte man das Tab jedoch auf eine ebene Fläche legen und im Querformat tippen.

Bequem in die Hosen- oder Sakkotasche passt das Pad nicht. Wer sein "überdimensionales Smartphone" immer dabei haben will, ist mit dem Samsung Galaxy Tab 7 besser dran.

Das 630 Gramm schwere Optimus Tab ist um 100 Gramm leichter als das iPad in der 3G-Version. Das macht sich zwar bemerkbar, wenn man das Tab länger in der Hand hält, im Rucksack oder der Tasche wird man den Unterschied aber kaum merken. Abgesehen davon ist das neue Samsung Galaxy Tab 10.1 dünner und leichter, weshalb es sich, trotz des größeren Displays, besser hält als das Optimus Tab.

Die 3D-Kameras sind mehr Gadget als sinnvoll, da man zum Betrachten einen 3D-tauglichen Flat-TV, Monitor oder Beamer benötigt. Zumindest was die Anschlüsse angeht, hat LG Samsung und Apple etwas voraus: Das Tab ist mit Micro-USB- und HDMI-Aschluss ausgestattet.

Die Reaktionszeit beim Wechseln und starten von Anwendungen ließ noch zum Wünschen übrig, was aber auf die frühe Version des Betriebssystem Android 3.0 zurückzuführen ist - auch Samsungs Galaxy Tab 10.1, das einen um 0,2 GHz schnelleren Prozessor hat, lief noch nicht optimal.

Optimus 3D


Wie der Nintendo 3DS setzt das Optimus 3D auf ein Display, das einen räumlichen Effekt erzeugt, ohne dass hierfür Spezialbrillen getragen werden müssen. Damit das auch funktioniert, sollte das Handy 30 bis 40cm von den Augen entfernt sein und frontal angeschaut werden. Das ist bei Handy-Games, die mittels Bewegungssensoren gesteuert werden, wie bei der 3D-Version des Racers "Asphalt", aber kaum möglich. Kippt man das Smartphone nach links oder rechts um eine Kurve zu fahren, muss man danach erst wieder den "Sweet Spot" finden, sprich die optimale Entfernung und den optimalen Winkel, um den 3D-Effekt korrekt wahrzunehmen.

Bei schnell wechselnden Bildern, wie eben einem Rennspiel, ist es aber ohnehin schwierig, den räumlichen Effekt wahrzunehmen. Bei einem Golf-Spiel hat dies besser funktioniert. Objekte scheinen sich auf verschiedenen Ebenen zu befinden. Das Gefühl, dass ein Objekt aus dem Bildschirm herausragt, hat man aber nur sehr selten.

Auch bei den 3D-Videos sind die Resultate ähnlich. Der Animationsfilm auf dem Optimus 3D wirkte zwar anders, als wenn man ihn auf einem normalen Display ansieht, erzielt aber nicht die Tiefe, die man von 3D-Kinofilmen kennt.

Wie beim 3DS kann die Intensität des Tiefeneffekts eingestellt werden, was aber über den Touchscreen nicht so präzise und schnell funktioniert, wie über den Schieberegler des 3DS.
Der 3D-Modus ist beim Optimus 3D nur in den Anwendungen aktiviert, die ihn auch unterstützen. Man ist also nicht gezwungen SMS in 3D zu schreiben.


Fotos, die mit den 3D-Kameras des Optimus 3D gemacht werden, sehen blass und verschwommen aus. Zudem bedarf es Übung, um ein Motiv aus dem richtigen Winkel und der richtigen Entfernung abzulichten, um den bestmöglichen 3D-Effekt zu erzielen.

Negativ wirkt sich die 3D-Technologie auf den Formfaktor auf. Mit einer Dicke von 11,9mm und einem Gewicht von 168 Gramm wirkt das Optimus 3D geradezu überdimensioniert im Vergleich zum Optimus 2X oder Samsung Galaxy S II.

Im jetzigen Zustand ist 3D am Handy eine nette Dreingabe, ein Gimmick, aber kaum ein gewichtiges Kaufargument. Wenn das finale Produkt nicht noch optimiert wird, speziell was den Betrachtungswinkel angeht, sollte man lieber die zweite Generation von brillenlosen 3D-Geräten abwarten. Dann sollten auch mehr 3D-Inhalte zur Verfügung stehen.

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(Gregor Gruber/Barcelona)