Netzpolitik
08.10.2013

Hochwasserschutz mit Open Data in Kremsmünster

Eine oberösterreichische Gemeinde stellt seit kurzem die Pegelstände der Messstelle des Kremsflusses maschinenlesbar in Form von Open Data zur Verfügung.

Im Schutzwasserverband Kremstal gibt es sechs Pegelmessstellen. Diese messen im 15-Minuten-Takt den Pegelstand und übertragen die Ergebnisse über Funk oder GPS zur Zentrale. Dort werden die Messdaten auf Plausibilität geprüft und in eine Datenbank eingespielt. Die Ergebnisse der MessstellePegelstand Kremsmünster“ werden nun auch als Open Data von der Gemeinde unter dem Open Government Data Portal zur Verfügung gestellt.

"Größtmögliche Transparenz"

„Wir möchten damit den Bürgerinnen und Bürgern, die nahe des Kremsflusses wohnen größtmögliche Übersicht und Transparenz geben“, sind sich der Obmann des Schutzwasserverbandes Kremstal, Bgm. Helmut Templ, und der Kremsmünsterer Bürgermeister Gerhard Obernberger einig. Parallel dazu wurde zudem ein millionenschweres Projekt zur Vermeidung von Hochwassergefahren entlang der Krems entwickelt.

Nicht nur aktuelle Daten sind dabei im Open Data-Satz enthalten. Während österreichweit die Hochwasser-Informationen bisher den aktuellen Stand samt einem kurzen Rückblick in grafischer Form zeigen, bietet Kremsmünster nun auch die maschinenlesbaren Daten der Wasserpegelentwicklung über Jahre hinweg.

Web-App verfügbar

Eine erste Web-App, welche diese Messwerte abruft und auf einer eigenen Karte darstellt, wurde bereits erstellt. Diese Web-App von Sindre Wimberger wurde zudem gleich bei der Programmierung darauf ausgelegt, dass auch mehrere Messstellen angezeigt werden können. Die Web-App ist hier abrufbar.

Damit steht das App-Projekt allerdings erst am Anfang. „Warum nicht eine Smartphone-App programmieren, die einen gefährdeten Hausbesitzer akustisch warnt, wenn sich der Pegelstand der Alarmgrenze nähert?“ Das kann sich zumindest der Kremsmünsterer Gemeindeamtsleiter Reinhard Haider vorstellen, der Kremsmünster als E-Government-Gemeinde in Österreich positioniert hat. Außerdem ist das Open-Data-Projekt übertragbar konzipiert, das heißt dass die Daten von Dutzenden Messstellen in ganz Oberösterreich sehr rasch zur Verfügung gestellt werden können.

"Viel ungenützes Potential"

„Da es auf Landes- als auch Bundesebene im Umweltbereich meiner Einschätzung nach noch viel ungenütztes Potential hinsichtlich der Bereitstellung von Daten gibt, hoffe ich sehr, dass weitere Verwaltungseinheiten dem Beispiel der Gemeinde Kremsmünster folgen werden und ihre Daten auch als Open Data zur Verfügung stellen“, freut sich Robert Harm, Vorstand von Open3.at, dem Netzwerk zur Förderung von Open Data und Open Government in Österreich.