Netzpolitik
09.11.2017

ID-Karte: Estland ruft nationalen Sicherheitsrat ein

Estlands Präsidentin Kersti Kaljulaid hat wegen des Sicherheitsrisikos beim elektronischen Personalausweis den nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Das Gremium soll am Freitag zusammentreffen, um die Fragen zu besprechen, die sich aus dem Entstehen und der Beseitigung des von Sicherheitsforschern entdeckten Risikos bei der ID-Karte ergeben. Dies meldete die Agentur BNS unter Berufung auf die Präsidialkanzlei in Tallinn.

Estland hatte Anfang September ein mögliches Sicherheitsrisiko bei allen seit Oktober 2014 ausgestellten ID-Karten einräumen müssen. Zurückzuführen sei es auf einen eingebetteten Datenchip, der nicht nur in dem baltischen Land verwendet wird. Die estnische Regierung hatte deshalb zum vergangenen Wochenende die Sicherheitszertifikate der 760 000 betroffenen ID-Karten für ungültig erklärt. Damit haben die Karten ihre Online-Funktionen verloren.

Nahezu alle der gut 1,3 Millionen Esten besitzen eine computerlesbare ID-Karte, die als Personalausweis dient und im Internet die Feststellung der Identität ermöglicht. Damit können online Geschäfte abgewickelt, digitale Unterschriften geleistet und auch elektronisch gewählt werden. Ein durchschnittlicher Bürger Estlands nutzt diese Karte mehrmals pro Tag.

Update

Bevor die Zertifikate der risikobehafteten Karten reaktiviert werden können, müssen die Karten mit einem Update aktualisiert werden. Bis Donnerstag hatten dies nach Regierungsangaben rund 180 000 Kartenbesitzer getan. Dabei sind die zuständigen staatlichen Stellen Medienberichten zufolge teils an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.