Netzpolitik
28.06.2011

Internet-Nutzer über Datenschutz kaum informiert

Deutsche wissen laut einer Umfrage nur unzureichend Bescheid. Die Vorratsdatenspeicherung wird hingegen mehrheitlich abgelehnt, der Eingriff seitens des Staates ist aber grundsätzlich erwünscht. Weitere Erkenntnisse: Cloud-Dienste sind bei Privaten kaum gefragt. Die Angst vor Datenverlust ist hoch.

Viele Deutsche neigen beim Datenschutz im Internet einer Umfrage (PDF) zufolge zu Extrempositionen wie Gleichgültigkeit oder übermäßiger Vorsicht. Jeder siebente Befragte (14 Prozent) sagte, es sei ihm egal, was mit seinen Daten im Netz geschehe, wie der Hightech-Verband Bitkom am Dienstag mitteilte. Auf der anderen Seite nimmt jeder sechste Internetnutzer (16 Prozent) demnach überhaupt keine Transaktionen im Internet vor und verzichtet ganz und gar auf Dienste wie Onlineeinkäufe, Fahrkartenkauf oder Onlinebanking.

„Zahlreiche Internet-Nutzer haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet“, erklärte Bitkom-Chef Dieter Kempf. Viele müssten erst noch „eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken“ finden. Dafür sei auch weiter Aufklärung notwendig: Laut Studie fehlen fast der Hälfte aller Internetnutzer (47 Prozent) Informationen, was sie selbst für den Schutz ihrer Daten im Internet tun können.

Kaum Interesse an der Cloud
Die Studie zeigt zudem, dass nur wenige ihre Daten auf Internet-Servern ablegen. Die virtuelle Speicherung von eigenen Dateien ist gering ausgeprägt. 15 Prozent nutzen Foto- und
Videoplattformen und 12 Prozent das eigene InternetPostfach bei einem E-Mail-Anbieter. Spezialisierte
Speicher-Anbieter im Internet (sechs Prozent) und andere Orte im Internet (zwei Prozent) spielen eine noch untergeordnete Rolle. Auf diese Service angesprochen geben insgesamt 54 Prozent an, dass sie solchen Diensten nicht vertrauen, etwa weil sie Datenverlust fürchten oder Datenschutzbedenken haben.

In Sachen Vorratsdatenspeicherung spricht sich eine klare Mehrheit dagegen aus. 62 Prozent sind für eine Zurückhaltung des Staates. 31 Prozent hingegen erachten ein stärkeres staatliches  Eingreifen in diesem Bereich als sinnvoll. Wobei die Meinung hierbei stark vom Anwendungsgebiet abhängt.

So sind bei vorbeugender Gefahrenabwehr 78 Prozent und bei  Verbraucherschutz 77 Prozent für einen stärkeren staatlichen Eingriff des Staates.

Dass Internet mittlerweile fixer Bestandteil des Lebens und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, geht aus der Studie ebenfalls hervor: 79 Prozent der Internetnutzer halten ein Gesetz für notwendig, das jedem Bürger das Recht auf einen Internet-Anschluss einräumt.