Netzpolitik
07.08.2013

Internetpionier warnt vor Monopolen im Netz

Der deutsche Internetpionier Werner Zorn sieht die Aktivitäten der großen Internet-Konzerne im Netz mit Sorge und warnt davor, dass die Phase des demokratischen, offenen Netzes vorbei sei.

„Das ist schon eine Gefahr, dass sich jetzt wieder Monopole bilden, und die das auf eine ganz andere Weise wirtschaftlich ausnutzen als vorher“, sagte Zorn. Das sei wirtschaftlich begründet. „Im Internet setzt sich ja immer das Beste durch. Das Zweitbeste hat schon Mühe.“ Als Beispiel nannte Zorn den Suchmaschinen-Markt, auf dem Google in Deutschland Marktanteile über 90 Prozent erreicht. Andere Anbieter hätten dann vor allem in ganz speziellen Nischen noch eine Chance.

Zorn war als Informatiker 1984 an der Universität von Karlsruhe mit am Empfang der ersten E-Mail-Nachricht in Deutschland beteiligt und half dabei die Netzinfrastruktur in Deutschland aufzubauen. „Das mitzuerleben, wie das entsteht, ist an sich viel spannender als heute vor fertige Lösungen und Produkte gestellt zu werden“, sagte er.

"Sind aus der Phase der Demokratisierung raus"
Er und seine Mitstreiter hätten nicht ans Geschäft gedacht, sondern sich als Entdecker und Missionare gesehen. Damals hätten Einzelne viel bewegen und festgefahrene Strukturen aufbrechen können, meint Zorn. Inzwischen sei das anders: „Wir sind wieder aus der Phase der Demokratisierung raus“, sagte er. „Jetzt sind wir da, wo die Billionäre entstehen.“

Dazu zählt etwa Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Mit dem Online-Netzwerk kann Zorn allerdings nichts anfangen. „Das ist mir nicht geheuer.“ Zorn wurde am Wochenende für seinen Beitrag zum Aufbau des Internets geehrt und in die „Internet Hall of Fame“ aufgenommen.