Netzpolitik 18.03.2013

iPad-Hacker muss für drei Jahre ins Gefängnis

Der Hacker und Sicherheits-Experte Andrew Auernheimer, der über eine Sicherheitslücke des US-Mobilfunkers AT&T 114.000 E-Mail-Adressen von iPad-Usern absaugen konnte, ist am Montag zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Der Prozess sowie der Strafrahmen waren bis zuletzt umstritten.

Der für seine markigen Aussagen bekannte Hacker und Aktivist, der im Internet unter dem Namen „weev“ bekannt ist, hatte zusammen mit dem Hacker Daniel Spitler eine Sicherheitslücke von AT&T ausgenutzt und unter anderem auch die privaten E-Mail-Adressen vom New Yorker Bürgermeister und anderen öffentlichen Persönlichkeiten sowie Privatpersonen über ein Script abgefangen. Anstatt die Lücke sofort an AT&T weiterzugeben, überspielte er die Liste an die Nachrichtenseite Gawker.

Vergleich mit Aaron Swartz
Schon während des Prozesses wurden viele kritische Stimmen laut, die den Fall Auernheimers und des ebenfalls verurteilten Spitlers mit der überzogenen Strafandrohung für den verstorbenen Internet-Aktivisten

verglichen. Auernheimer sah vor Gericht keinen Grund sich zu entschuldigen und sagte in einer Pressekonferenz kurz vor seiner Verurteilung, dass er ins Gefängnis müsse, weil er sich mit Arithmetik beschäftige.

Gegenüber der Richterin meinte Auernheimer: „Das Internet ist größer als es irgendein Gesetz erfassen kann. Viele Regierungen, die versucht haben, die Freiheit des Internets zu beschneiden, sind am Ende gestürzt worden.“ Neben der Gefängnisstrafe und drei Jahre Bewährung muss Auernheimer zudem auch noch 73.000 Dollar Strafe an AT&T zahlen.

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( futurezone ) Erstellt am 18.03.2013