Netzpolitik 11.03.2013

Iran blockiert "illegale" VPN-Dienste

Vor den Präsidentschaftswahlen im Juni verstärken die iranischen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen für den Internet-Filter, der bislang mit VPN-Diensten umgangen werden konnte. Diese sind nun gesperrt, lediglich vom Staat lizensierte Dienste können noch genutzt werden. Diese stehen jedoch unter Überwachung.

Der Iran hat die Sicherheitsmaßnahmen seines Internet-Filters verschärft und zahlreiche VPN-Dienste, mit denen dieser umgangen werden konnte, gesperrt. Das berichtet Reuters unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Mehr.

Angst vor Unruhen
"Im Laufe der vergangenen Tage wurden zahlreiche illegale VPN-Dienste gesperrt. Nur legale und registrierte VPN-Dienste können ab sofort genutzt werden", gab Ramezanali Sobhani-Fard, Leiter des iranischen Telekommunikations-Kommitees bekannt. Im Juni sollen Präsidentschaftswahlen stattfinden, zum ersten Mal seit den Unruhen bei der Präsidentschaftswahl 2009, die zum großen Teil über Social Media-Dienste koordiniert wurden.

Nur mehr lizensierte Dienste
Die Maßnahme wurde bereits im Januar angekündigt. Demnach hätten Nutzer sowie Institute wie Banken, die aus Sicherheitsgründen auf VPNs angewiesen seien, nun die Möglichkeit, über lizensierte Dienste VPN-Zugänge zu erwerben. Alle anderen Dienste seien illegal und würden gesperrt. Iranische Nutzer haben mittlerweile bestätigt, dass eine derartige Sperre in Kraft ist, auch die VoIP-Dienste Skype und Viber wurden blockiert.

Iranisches WWW
Die iranischen Behörden versuchen seit mehreren Monaten ihr Bestreben voranzutreiben, ein "eigenes Internet" aufzubauen, das vom World Wide Web weitestgehend abgeschnitten ist und für die Verantwortlichen einfacher zu überwachen wäre. So wurde beispielsweise das Videoportal YouTube, das zur Verbreitung von Videos über Proteste im Iran diente, blockiert und im Dezember eine eigene Alternative gestartet, die "die iranische Kultur bewerben soll."

Mehr zum Thema

  • Ägyptisches Gericht ordnet YouTube-Sperre an
  • Iran plant kontrollierten Zugang zu Facebook
  • Iran: Ajatollah hat kein Facebook-Profil
( futurezone ) Erstellt am 11.03.2013