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Netzpolitik
10/01/2012

Iran hebt Blockade von Gmail und Google auf

Es sollte eigentlich nur der Zugang zu YouTube geblockt werden. Der Gmail-Block entstand aus Mangel an technischem Wissen, weil das iranische Telekommunikationsministerium nicht zwischen dem https-Protokoll der Google-Suche und Gmail unterscheiden konnte.

Vergangene Woche hat der Iran den Zugang zu Gmail und der sicheren Suche von Google über das https-Protokoll gesperrt. Als Grund wurde genannt, dass sich YouTube weigerte, das umstrittene Video „Innocence of the Muslisms" offline zu nehmen. Sowohl die sichere Google-Suche als auch Gmail können jetzt wieder im Iran genutzt werden. YouTube, das seit 2009 gesperrt ist, bleibt auch weiterhin gesperrt.

Wie das iranische Telekommunikationsministerium verkündete, war die Blockade von Gmail nicht vorgesehen und entstand aus einem Mangel an technischem Wissen. Der Iran kann die normale Google-Suche filtern, nicht aber die https-Suche, in der das Video Innocence of the Muslisms auf YouTube gefunden und abgerufen werden konnte. Deshalb sollte die sichere Google-Suche gesperrt werden. Da Gmail nur über das https-Protokoll funktioniert und das iranische Telekommunikationsministerium technisch nicht zwischen den beiden Google-Diensten unterscheiden konnte, wurden einfach beide gesperrt.

Laut Berichten wurde die Sperre aufgehoben, da sich viele Iraner, auch solche die für die Regierung tätig sind, darüber beschwert haben, dass sie nicht mehr auf ihre E-Mails zugreifen können. Auch Mitglieder des iranischen Parlaments sollen sich beim Telekommunikationsministerium beschwert haben. Das Ministerium arbeitet derzeit an einen Weg, entweder die sichere Google-Suche separat von Gmail zu blockieren oder um YouTube-Videos aus den Ergebnissen der sicheren Suche herauszufiltern.

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