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Kommunikation
05/13/2012

Iran verbietet Nutzung ausländischer Server

Die iranische Regierung hat Banken, Versicherungen und Telefongesellschaften des Landes einem Medienbericht zufolge die Nutzung ausländischer Anbieter von Internetdienstleistungen verboten. Auch Universitäten und die öffentliche Verwaltung sollen betroffen sein.

Die Unternehmen dürften ab sofort nur noch im Inland registrierte Provider nutzen, berichtete die iranische Wochenzeitung „Asr Ertebatat" am Samstag. Ähnliche Regelungen sollen demnach für die öffentliche Verwaltung und die Universitäten gelten.

Die Regierung hatte bereits angekündigt, bis Mai ein Datennetz nur für den Iran aufbauen zu wollen. Zur Begründung nannte sie Sicherheitsbedenken bei über ausländische Server laufenden Datenströmen. Bereits im Dezember sollen nach offiziellen Angaben fast alle Internetseiten der Regierung bei inländischen Providern registriert gewesen sein.

Der Iran war bereits mehrfach Opfer massiver Hackerangriffe geworden. Unter anderem drang im Jahr 2010 der Computerwurm Stuxnet in Rechner des Atomprogramms ein und legte einen Teil der Zentrifugen zur Urananreicherung still. Der Iran warf damals den USA und Israel vor, hinter der Attacke zu stecken. Die beiden Länder vermuten hinter dem iranischen Atomprogramm das Streben nach einer Bombe.

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