Netzpolitik
05.10.2016

Irische Datenschützer wollen Yahoo-Mail-Causa untersuchen

Nach der Enthüllung über die Ausspähung von Hunderten Millionen E-Mails durch Yahoo werden die Behörden in Europa aktiv.

Die irische Datenschutz-Behörde leitete nach eigenen Angaben Untersuchungen in der Sache ein. Sollte es massenhaft Mail-Kontrollen gegeben haben, wäre dies eine Verletzung des Grundrechts auf Privatsphäre, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Irland ist für das Thema in Europa zuständig, weil Yahoo in dem Land seine
europäische Zentrale hat.

Reuters hatte am Dienstag unter Berufung auf Insider berichtet, Yahoo habe auf Anweisung von US-Behörden die eingehenden E-Mails aller Kunden gescannt. Der
Internet-Pionier habe ein spezielles Programm geschrieben, um die einlaufenden Mails nach bestimmten Formulierungen oder Anhängen zu durchforsten, hatten vier mit der Sache vertraute Personen gesagt.

Daten von Europäern betroffen?

Unklar blieb, welche Daten genau Yahoo an die US-Behörden übergab. Es ist Experten zufolge der erste Fall, in dem ein US-Konzern der Forderung nach einer Überwachung des gesamten Mail-Verkehrs nachgegeben hat. Der Konzern wollte sich weder dazu äußern, ob er E-Mails seiner Nutzer durchsucht hat noch dazu, ob auch Mails aus Europa betroffen sind. Fabio de Masi, Abgeordneter der Linken im EU-Parlament, forderte, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini müsse bei den US-Behörden für Klarheit sorgen.