Netzpolitik
05/02/2017

Italiens Justiz bezichtigt Amazon der Steuerhinterziehung

Nachdem Google wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten ist, nimmt die Staatsanwaltschaft jetzt Ermittlungen gegen Amazon auf.

Die Mailänder Justiz wirft dem E-Commerce-Giganten Steuerhinterziehung in Höhe von 130 Mio. Euro vor, berichteten italienische Medien. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2014 habe der US-Konzern ein System aufgebaut, um seine Steuern in Luxemburg zu zahlen, wo der Steuerdruck wesentlich niedriger als in Italien sei, behaupten die Ermittler. In diesen Jahren hat Amazon 2,5 Mio. Euro Umsatz in Italien generiert. Der Konzern erklärte in einer Presseaussendung, es sei all seinen Steuerpflichten in Italien nachgekommen.

Der Konzern habe in Italien seit 2010 800 Mio. Euro investiert und beschäftigt 2.000 Mitarbeiter. Ende Dezember 2014 hatte der US-Computerkonzern Apple eine Zahlung von 318 Mio. Euro akzeptiert, um einem Verfahren wegen Steuerbetrugs in Italien zu entgehen. Die italienischen Steuerbehörden hatten Apple vorgeworfen, zwischen 2008 und 2013 keine Steuern auf seine Gewinne gezahlt zu haben. Ermittlungen laufen seit dem vergangenen Jahr gegen drei Manager des US-Konzerns Google. Dabei handelt es sich um Beschäftigte der Google Ireland Limited.