Netzpolitik
28.10.2013

Japan lehnte Glasfaser-Anzapf-Anfrage der NSA ab

Der US-Geheimdienst NSA bat Japan 2011 um Hilfe beim Anzapfen von Glasfaserleitungen. Die Anfrage wurde aufgrund rechtlicher Bedenken und Personalmangel abgelehnt.

Als Verbündeter der USA und Träger zahlreicher Glasfaserleitungen aus China sollte Japan ab 2011 in der Überwachungsmaschinerie des US-Geheimdienstes NSA mitspielen. Diese Behauptung stellen nun Quellen aus dem Geheimdienst-Umfeld auf, berichtet die Japan Times. Durch das Anzapfen von Glasfaserleitungen, die aus der Region nach Japan führen, hätten Internet-Datenübertragungen und Telefonanrufe angezapft werden sollen.

Die USA hätten diesen Schritt aufgrund der wachsenden Cyberaktivitäten in China versucht. In Japan seien sie jedoch, im Gegensatz etwa zu Großbritannien, mit der Kooperationsanfrage gescheitert. Die japanische Regierung lehnte angeblich mit der Begründung ab, man könne die gewünschten Maßnahmen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht durchführen, auch wenn sie der Terrorismusbekämpfung dienen sollten.

Abgesehen davon hätte Japan kein ausreichend großes Geheimdienstpersonal zur Verfügung, um ein Anzapfen von Glasfaserleitungen durchzuführen. Während der NSA rund 30.000 Angestellte zur Verfügung stehen, sei der japanische Geheimdienst relativ klein. Dem US-Geheimdienst NSA wurde vor wenigen Tagen der Big Brother Award in der Kategorie "lebenslanges Ärgernis" verliehen.