Netzpolitik
16.10.2012

Julian Assange: FBI hat Anonymous infiltriert

Der WikiLeaks-Gründer hat sich in einem Online-Statement zu den Vorwürfen seitens Anonymous-Aktivisten geäußert, er wolle mit den Stratfor-E-Mails Geld machen. Assange rechtfertigte die Notwendigkeit zu Spendenaufrufen und meinte außerdem, dass das FBI Server und Führerschaft von Anonymous kompromittiert hätte.

In einem Eintrag auf TwitLonger hat WikiLeaks-Gründer Julian Assange ein Statement zu den Vorwürfen gegen die Spendenaufrufe abgegeben. Vergangene Woche bekamen Nutzer, die auf die Stratfor-E-Mails zugreifen wollten, ein Pop-Up zu sehen, dass zu Spenden für WikiLeaks aufforderte (die futurezone berichtete), worauf einige Anonymous-Aktivisten Kritik übten.

Assange schreibt jetzt, dass die Spendenaufrufe nervend, aber notwendig seien. Wikileaks kämpfe an vielen Fronten gleichzeitig, etwa in Prozessen, gegen die Finanzblockade und gegen Untersuchungen durch FBI und US-Justizministerium. Lediglich die Details zu dem Spenden-Pop-up hätten klarer formuliert sein können, der Aufrug würde aber online bleiben.

"Nicht paranoid werden"
Kritisch äußerte sich Assange zu Anonymous: Wie etwa der Fall von LulzSec-Mitglied Sabu zeige, sei es dem FBI offensichtlich gelungen, die Hacker zu unterwandern und Server und angebliche "Führer" unter ihren Einfluss zu bringen. Anonymous solle deswegen nicht paranoid werden, aber solle die Tatsache anerkennen, dass man infiltriert worden sei.

Die Stärke von Anonymous sei weiterhin, keine Anführer zu haben, und könne deswegen nicht so leicht kompromittiert werden. Die Verschlüsselungsmechanismen des Unterstützer-Netzwerks "Friends Of WikiLeaks" seien auf diesem Prinzip aufgebaut.

Die Vorwürfe, WikiLeaks sei nur mehr eine One-Man-Show von Assange, weist dieser ebenfalls zurück. WikiLeaks hätte eine gut erprobte öffentliche "Führer-Kohorte", um dem heimlichen Ersatz von Anführern durch Gegner zu verhindern.

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