Netzpolitik
08/20/2013

Justiz-Blog schließt wegen NSA-Überwachung

Der amerikanische Justiz-Blog Groklaw stellt nach 10 Jahren den Betrieb ein. Die Gründerin Pamela Jones gibt an, dass es wegen PRISM nicht mehr möglich sei, vertraulich per E-Mail zu kommunizieren.

Die Angst vor dem Ende der Privatsphäre im Internet hat das bekannte amerikanische Justiz-Blog Groklaw ins Aus getrieben. Es gebe offensichtlich keine Möglichkeit mehr für vertrauliche Kommunikation, schrieb Gründerin Pamela Jones am Dienstag auf der Website. Sie verwies auf Enthüllungen über die Überwachung des Internets durch amerikanische Geheimdienste.

Bei dem vor rund zehn Jahren gegründeten Dienst konnten sich Rechtsexperten und einfache Nutzer über laufende Verfahren austauschen. Sie stießen oft auf interessante Fundstücke in Dutzende Seiten langen Prozessunterlagen.

"Grundlage gibt es nicht mehr"
Das Blog sei auf seine Leser angewiesen, die wiederum vertraulich kommunizieren können müssten. „Die Grundlage für Groklaw gibt es nicht mehr. Ich kann Groklaw nicht ohne Ihren Beitrag machen", schrieb Jones. Sie hatte das Blog ursprünglich gegründet, um über die seinerzeit aufsehenerregende Patentklage der Firma SCO gegen IBM als Anbieter von Linux-Software zu berichten.

Jones wollte das Blog bereits 2011 schließen, weil es seine Aufgabe erfüllt habe, machte dann aber doch weiter. Jetzt verwies sie unter anderem auf Lavabit, einen Anbieter verschlüsselter E-Mail-Dienste, der jüngst unter Hinweis auf den Druck von US-Behörden den Betrieb einstellte.

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