Netzpolitik
25.12.2017

Kinderpornografie: 14-Jährige wegen Nackt-Selfie angezeigt

In den USA muss sich eine 14-Jährige vor Gericht verantworten, weil ihr freizügiges Snapchat-Foto von einem Schulkollegen weiterverbreitet wurde. Es drohen sieben Jahre Haft.

Ein Nackt-Selfie einer Teenagerin aus Minnesota, das sie ihrem Klassenkollegen über Snapchat sendete, hat ernste Konsequenzen. Sie wird nun der Verbreitung von Kinderpornografie beschuldigt. Besonders absurd in diesem Fall: Der Junge speicherte das Bild ab und leitete es ohne Zustimmung des Mädchens an diverse Leute weiter. In Minnesota wird Kinderpornografie mit bis zu sieben Jahre Haft, Geldstrafen und einer Eintragung in die Kartei von Sexualstraftätern geahndet.

Absurde Auslegung des Gesetzes

Auf den Fall weist aktuell die Bürgerrechtsorganisation ACLU Minnesota (American Civil Liberties Union Minnesota) hin. Sie prangert die absurde Auslegung des Gesetzes an, das Teenager zu Kriminellen mache und sogar auf eine Stufe mit Tätern stelle, die schwere Sexualverbrechen begehen. Angesichts dessen, dass Sexting unter Jugendlichen so weit verbreitet sei - laut ACLU soll mehr als jeder zehnte Teenager bereits ein freizügiges Foto von sich verschickt haben - sei die Auslegung des Kinderpornografie-Gesetzes auf diese Art und Weise in Minnesota in keiner Weise nachvollziehbar.