Kino.to: Hohe Haftstrafe für Serverbeschaffer

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Onlinestreaming
07/12/2011

Kino.to unter Kinox.to wieder online

Nachdem die Urheberrechtsindustrie bereits den Sieg über kino.to feierte, schlugen die Betreiber nun zurück. Das bekannte Streaming-Portal war am Dienstag kurzzeitig unter neuer Domain wieder erreichbar.

Das Online-Portal kino.to, das kostenlose Onlinestreams von aktuellen Serien und Filmen anbietet, war Dienstagmorgen kurzzeitig über die neue Domain kinox.to wieder abrufbar. Derzeit ist die Seite, die nach eigenen Angaben 15.000 Links zu Spielfilmen im Angebot hat, allerdings nicht erreichbar. Die neue Plattform ist, mit Ausnahme des neuen Logos, ident zum Vorgänger und bietet weiterhin Links zu Streams auf externen Anbietern, wie Megavideo, an.

Die Betreiber der neuen Seite richten sich in einem offenen Brief auf der Startseite an GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen), Staat und Filmindustrie: "Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt?", heißt es dort. Des weiteren prangern sie die, ihrer Ansicht nach, unfaire Rechtssprechung an, da "harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden". Zu Ende des Briefs danken die Betreiber ihren Nutzern und Anonymous und versichern, dass sie niemals private Daten gespeichert hätten und es auch weiterhin nicht tun werden.

Stellungnahme der GVU
Die GVU sagte in einer ersten Erklärung, das Auftauchen der Seite sei "keineswegs überraschend". Allerdings offenbare die jetzt online gestellte "Resteverwertung von kino.to" wie empfindlich die Razzien die Szene getroffen hätten und dass die Betreiber von kino.to "eindeutig wirtschaftlich motivierte Kriminelle" seien. Allerdings gab es bereits Anfang Juni, nachdem kino.to endgültig offline ging, erste Alternativangebote, die sich vom Aussehen und Aufbau her am großen Vorbild orientierten. Deshalb wolle die GVU die Strafverfolgung von "solchen digitalen Hehlern" weiter unterstützen.

2,5 Millionen Euro und ein Luxusauto
Die Seite kino.to, deren Legalität bereits seit Jahren stark umstritten war, wurde aufgrund einer gerichtlichen Anordnung Anfang Juni

. Im Zuge mehrerer Razzien in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden wurden bislang 13 beteiligte Personen festgenommen. Erst einer der mutmaßlichen Täter legte bisher ein umfassendes Geständnis in diesem Fall ab. Aber auch so mangelt es den Ermittlern nicht an Beweismaterialien für diesen Präzedenzfall im Bereich Online-Streaming: Bei dem Leipziger Hauptbeschuldigten konnten die Fahnder ein Luxusauto und mit 2,5 Millionen Euro einen Großteil der lukrierten Einnahmen sicherstellen.

In Österreich sorgte kino.to vor allem im Zusammenhang mit dem VAP (Verein für Anti-Piraterie) für Wirbel. Durch eine Unterlassungsklage erwirkte der VAP im Mai, dass der österreichische Internet-Provider UPC seinen Kunden den Zugang zu kino.to sperren muss.

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