Netzpolitik
19.01.2017

Manning-Begnadigung: Assange will sich doch nicht stellen

Der Wikileaks-Gründer wollte sich stellen, wenn Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt werde. Nun revidiert er seine Äußerungen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich doch nicht den Behörden stellen und an die USA ausliefern lassen. Das gaben Anwälte des gebürtigen Australiers gegenüber der britischen Tageszeitung Independent bekannt. Demnach habe Assange eine Auslieferung an die Bedingung geknüpft, dass Manning sofort frei kommt. Tatsächlich soll Manning aber erst im Mai freigelassen werden - 28 Jahre vor dem ursprünglichen Ende der Haft.

Diese 120 Tage seien jedoch bei Begnadigungen üblich, so ein Sprecher der US-Regierung gegenüber Medienvertretern. In dieser Zeit soll den begnadigten Häftlingen Zeit gegeben werden, sich auf die Freilassung vorzubereiten und einen neuen Wohnort zu finden. Chelsea Manning wurde 2010 verhaftet und 2013 zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt. Sie hatte der Enthüllungsplattform Wikileaks rund 700.000 geheime Militärdokumente zugespielt.

Anklage wegen Vergewaltigung in Schweden

„Mr. Assange begrüßt die Ankündigung, dass Frau Mannings Strafe verkürzt und sie im Mai freigelassen wird, aber das ist weit entfernt davon, was er eigentlich wollte“, so der Anwalt. Assange hält sich bereits seit Sommer 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Er soll wegen Vergewaltigungsvorwürfen nach Schweden ausgeliefert werden. Assange betonte jedoch, dass er befürchte, in weiterer Folge an die USA wegen Spionagevorwürfen überstellt zu werden. Die US-Regierung gab nie bekannt, ob sie um eine Auslieferung Assanges angesucht hat oder dies in Zukunft tun würde.