Netzpolitik
16.02.2015

Megaupload-Entwickler zu einem Jahr Haft verurteilt

Das US-Justizministerium hat einen Megaupload-Entwickler aus Estland zu einem Jahr Haft verurteilt. Das Urteil sorgt aber auch für Kritik am Vorgehen der US-Behörden.

Andrus Nomm, ein 36 Jahre alter Programmierer aus Estland, wurde in den USA zu einer Haftstrafe von einem Jahr und einem Tag verurteilt. Nomm lebte zuletzt in den Niederlanden und war an der Entwicklung von Megaupload beteiligt. Er lieferte sich freiwillig an die USA aus. Er fürchtete wohl eine längere Haftstrafe, weswegen er sich im Rahmen eines Deals schuldig bekannte. Er gestand ein, dass er von urheberrechtlich geschützten Dateien auf den Servern von Megaupload wusste und er diese auch selbst heruntergeladen hat.

Situation ausgenutzt

Nomm sei damit „Teil der Mega-Verschwörung“ gewesen, so das US-Justizministerium. Die Behörde bezeichnet das Verfahren bereits seit einiger Zeit so, da sich Megaupload-Gründer Dotcom mit seinen Mitarbeitern dazu verschworen habe, gezielt Urheberrechtsverletzungen zu begehen. Dotcom selbst äußert Verständnis für die Entschiedung von Nomm: „Das US-Justizsystem: Ein unschuldiger Programmierer bekennt sich nach drei Jahren unter Druck ohne Ende schuldig, um mit seinem Leben fortfahren zu können. Ich habe nichts als Verständnis für Andrus Nomm und hoffe, dass er bald wieder seinen Sohn sehen kann.“

Das Urteil sorgt auch für Kritik, denn die rechtliche Grundlage scheint mehr als fragwürdig zu sein. Megaupload-Anwalt Ira Rothken vermutet, dass das Justizministerium Nomms finanziell angespannte Situation ausgenutzt haben, um einen „Publicity Stunt im Hollywood-Stil“ für das laufende Verfahren in Neuseeland zu generieren.