Netzpolitik 10.11.2012

Merkel: Deutsche IT-Branche kann besser werden

Deutschland soll laut der Kanzlerin ein Standort für Telemedizin werden

Trotz Fortschritten in der deutschen IT-Branche sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch einigen Aufholbedarf. In den vergangenen Jahren sei eine Menge erreicht worden. „Dennoch sage ich, dass Deutschland natürlich noch nicht zu den weltweit führenden Ländern in dem Bereich gehört - wir können also noch aufholen“, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Einige Kreative und Unternehmen hätten sich in letzter Zeit auch in Deutschland angesiedelt. „Aber wir haben noch Potenzial nach oben“, betonte die Kanzlerin vor dem IT-Gipfel am Dienstag (13.11.) in Essen.

Deutschland sollte nach ihrer Ansicht unter anderem ein Standort für Telemedizin sein. „Ich glaube, diese Branche hat ein Riesenpotenzial, noch entwickelt zu werden“, so Merkel. Dafür müsse der Ausbau schneller Breitbandverbindungen vor allem im ländlichen Raum weitergehen. „Aber die Telemedizin muss auch akzeptiert werde von den Ärzten.“ Dafür wolle sie in Essen werben.

Cyber-Angriffe
Im Kampf gegen Angriffe auf staatliche und private Netzwerke kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zudem gesetzliche Melde- und Kommunikationspflichten für Netzbetreiber und Dienste-Anbieter an. „Deutschland wird - wie jedes Land - immer mehr abhängig von der Funktionsfähigkeit von Netzen“, sagte Friedrich im YouTube-Kanal der Bundesregierung.

Bei der Abwehr solcher Angriffe seien Wirtschaft und Regierung gut aufgestellt. Dennoch gelte es, wichtige Infrastruktur besser zu schützen. „Wir haben auch einige Lücken, die wir schließen müssen.“ Nach seinen Vorstellungen sollen Betreiber lebenswichtiger Infrastruktur bei der Gefahrenabwehr künftig enger mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zusammenarbeiten.

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( DPA ) Erstellt am 10.11.2012