Netzpolitik
20.05.2012

Mohammed-Karikaturen: Pakistan sperrt Twitter

Ein Wettbewerb rief zur Verbreitung von Mohammed-Karikaturen auf. Die pakistanischen Behörden reagierten nun nach mehreren Aufforderungen gegenüber Twitter.

Wegen eines Wettbewerbs zur Verbreitung von Mohammed-Karikaturen hat Pakistan am Sonntag den Kurznachrichtendienst Twitter gesperrt. Die Website wurde vom Ministerium für Informationstechnologie verboten worden, sagte Mohammad Younis Khan, Sprecher der pakistanischen Telekommunikationsbehörde PTA. Grund sei "blasphemisches Material". Dabei gehe es um einen geplanten Wettbewerb, bei dem Nutzer "Karikaturen des Propheten Mohammed ins Netz stellen" sollten.

Facebook und YouTube blockiert
Ein Vertreter des Ministeriums sagte, dieses habe von Twitter mehrfach verlangt, den Wettbewerb nicht zuzulassen; das Unternehmen habe aber nicht reagiert. Der Islam verbietet jede bildliche Darstellung der Propheten als gotteslästerlich. Pakistan hatte Mitte 2010 bereits die Websites des sozialen Netzwerkes Facebook und des Video-Portals YouTube wegen blasphemischer Inhalte blockiert.

Umstrittene Mohammed-Karikaturen
Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" im Jahr 2005 hatte in der muslimischen Welt eine Welle der Empörung ausgelöst. In Pakistan wurden 2008 acht Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf die dänische Botschaft getötet. Zu dem Attentat hatte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida bekannt, das die Veröffentlichung der Karikaturen rächen wollte.

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