Netzpolitik
09.03.2012

Nacktscanner leicht umgehbar

Ein Blogger hat einen Trick entdeckt, mit dem kleine Objekte leicht an den neuen Sicherheitskontrollen vorbeigeschmuggelt werden können. Die amerikanischen Betreiber der Nacktscanner versuchen Journalisten von der Berichterstattung zum Thema abzuhalten.

Der Nacktscanner kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus. Während bereits seit Monaten über mögliche Probleme mit Privatsphäre und Gesundheit gesprochen wird, hat nun der US-amerikanische Wissenschaftler Jonathan Corbett auf seinem Blog erklärt, wie die neuen Sicherheitskontrollen leicht umgangen werden können. So konnte Corbett mit einer einfachen, an der Innenseite seines T-Shirts eingenähten Tasche, metallische Objekte an zwei Flughäfen durch den Scanner schmuggeln. Ein herkömmlicher Metalldetektor hätte hier bereits Alarm geschlagen.

Metallische Objekte, die am Körper getragen werden, werden auf dem Bildschirm schwarz dargestellt - wie auch der Hintergrund. So bleiben kleine Objekte an der Seite nahezu unerkannt und ermöglichen das Einschmuggeln von beliebigen Objekte. Rafi Sela, Sicherheitsverantwortlicher am Ben Gurion-Flughafen in Israel, stellte die Behauptung auf, er könne "die Body-Scanner mit ausreichend Sprengstoff umgehen, um eine komplette Boeing 747 in die Luft zu sprengen."

TSA übt Druck auf Journalisten aus
Die US-amerikanische TSA (Transport Security Administration) hat mittlerweile mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Technologie investiert, die Flugreisen eigentlich deutlich sicherer machen soll. Nun möchte man diese Investition offenbar mit allen verbleibenden Mitteln verteidigen. Corbett veröffentlichte einen weiteren Blogpost, in dem er davon berichtet, dass die TSA einigen Journalisten davon "abgeraten" haben soll, von der Geschichte zu schreiben. Allerdings hat Corbett nicht wirklich etwas neues entdeckt, denn bereits 2010 wurde im "Journal of Transport Security" eine nahezu idente Vorgehensweise beschrieben.

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