Netzpolitik
08.02.2012

Nacktscanner-Pflicht auf Australiens Flughäfen

In Australien werden sich Flugpassagiere künftig verpflichtend Kontrollen mit Körperscannern unterziehen müssen. So sieht es ein neues Gesetz vor, das die Regierung diese Woche unterzeichnen wird. Die Aufrüstung der Flughäfen kostet knapp 23 Millionen Euro.

Ab dem Juli diesen Jahres werden sich Flugreisende in Australien Körperscans unterziehen müssen. Das sieht ein neues Gesetz, das diese Woche im Parlament beschlossen werden soll, vor, berichtet „The Sunday Mail“. Es soll nur für Schwerkranke, die sich dem Scan aus gesundheitlichen Gründen nicht unterziehen können, Ausnahmen geben.

Die ersten Testversuche mit Körperscannern wurden bereits im Vorjahr in Sydney und Melbourne durchgeführt. Daran haben mehr als 23.000 Passagiere teilgenommen. Die australische Datenschutzkommission habe die vorgesehenen Systeme bereits genehmigt. Die Aufrüstung der australischen Flughäfen mit Körperscannern wird rund 23 Millionen Euro kosten.

Strichmännchen
Zum Einsatz kommen werden die Scanner des US-Konzerns L3 Communications. Bei diesen Scannern wird der durchleuchtetete Mensch als Piktogramm angezeigt, das bedeutet, dass man lediglich eine Art „Strichmännchen“ am Bildschirm sehen wird.

Der australische Verkehrsminister Anthony Albanese sagte gegenüber „The Sunday Mail“, dass die verpflichtende Einführung der Scanner notwendig sei, um die Sicherheit auf Flughäfen zu garantieren. „Ich glaube, die Öffentlichkeit versteht, dass wir in einer Welt leben, in der es Gefahren für unsere Sicherheit gibt“, so Albanese.

Die Körperscanner werden in Adelaide, Brisbane, Cairns, Gold Coast, Melbourne, Perth und Sydney zum Einsatz kommen.

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