Netzpolitik
27.05.2014

Neue Kartellanzeige gegen Google

Die Werbeplattform Contaxe wirft Google unlautes Marktverhalten vor und hat eine neue Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingebracht.

Die Werbeplattform Contaxe hat nach eigenen Angaben eine neue Kartellanzeige gegen Google bei der EU-Kommission eingebracht. Die Basis dafür bietet die Wettbewerbsbeschwerde vom Juni 2013, die um weitere Beschwerdepunkte ergänzt wurde.

Demnach sind die Kernpunkte der Beschwerde die Verknüpfung von mehr als hundert Google-Diensten mit der Suchmaschine, Quersubventionierung und Bündelung von Diensten, Umleitung und Kontrolle von Traffic mittels infrastruktureller Dienste wie Android und Google Chrome. Weitere Beschwerdepunkte sind das Erzwingen von Google-Konto-Eröffnungen, Manipulation von Suchergebnissen zugunsten der eigenen Dienste, Benachteiligung von Websites mit Contaxe-Werbung und die Ausgrenzung von Wettbewerbern.

"Google finanziert Adblock Plus"

Außerdem wirft Contaxe Google vor, das Browser-Addon Adblock Plus maßgeblich zu finanzieren. Damit werde die Contaxe-Werbung blockiert, die Werbung von Google jedoch angezeigt. Contaxe-Chef Matthias Hofmann geht davon aus, dass die EU-Kommission über das marktmissbräuchliche Verhaltens durch Google seit langem gut informiert ist. Wieso dagegen nichts unternommen wird, sei unbegreiflich.

Contaxe droht Insolvenz

Contaxe betreibt unter Anwendung eigener proprietärer Technologien einen Marktplatz für Online-Werbung. Vor einigen Wochen musste Contaxe allerdings seinen Betrieb einstellen. Schuld daran sollen das unlaute Marktverhalten von Google und die untätigen Kartellbehörden sein, wie auf der Website zu lesen ist. Wird kein Käufer für Contaxe gefunden, drohe die Insolvenz.