Netzpolitik
23.06.2014

Neue Router-Firmware teilt Internet-Verbindung mit allen

Eine Initiative, der Mozilla und die EFF angehören, will mit einer neuen Router-Firmware WLANs für alle öffnen, dabei aber Sicherheit für die Betreiber garantieren.

Geht es nach der Initiative „Open Wireless“, der unter anderem Mozilla und die Bürgerrechtsorganisation EFF angehören, sollte jeder Bürger sein WLAN mit der Öffentlichkeit teilen. Die Initiative will nun auf der „Hackers on Planet Earth“-Konferenz (HOPE X) im Juli eine Open-Source-Firmware für Router vorstellen, die das Teilen der Internetverbindung mit der Öffentlichkeit ermöglicht und dabei Sicherheit für den Betreiber garantiert.

Die Firmware sieht unter anderem vor, dass Traffic des Betreibers bevorzugt wird. So kann kein Fremder die komplette Bandbreite aufbrauchen. Zudem seien öffentliche und private Verbindungen voneinander abgeschottet, sodass der Betreiber nicht ausgespäht werden kann.

Offenes WLAN "wie eine heiße Tasse Tee"

Derzeit ist die Firmware nur mit einem Router-Modell kompatibel, das soll sich aber rasch ändern. Auch Kooperationen mit Router-Herstellern wären möglich. Die Initative hofft, dass damit IP-Adressen nicht mehr als Beweis für die Identität eines Internet-Nutzers herangezogen werden können. Massenabmahnungen wie in Deutschland könnten so der Vergangenheit angehören.

Dafür müsste die Idee aber weite Verbreitung finden, zahlreiche prominente Experten sprechen sich dafür aus. Für Sicherheits-Experten Bruce Schneier ist ein offenes WLAN zum Beispiel „grundlegende Höflichkeit“ und nichts anderes als „eine heiße Tasse Tee für Gäste.“