Netzpolitik
13.04.2015

NSA-Chef will "Vordertür" mit verteilten Schlüsseln

Die NSA wünscht sich einen Master-Key für verschlüsselte Geräte, der unter Herstellern und Behörden aufgeteilt wird. So soll ein missbräuchlicher Einsatz verhindert werden.

Verschlüsselung ist Geheimdiensten in aller Welt ein Dorn im Auge, auch der NSA. NSA-Chef Michael Rogers kündigte nun bei einer Rede an der US-Universität Princeton an, wie er sich den Umgang mit Verschlüsselung künftig vorstellt. Demnach sollen die Hersteller, die Geräte mit Verschlüsselung anbieten, weiterhin über einen Master-Key verfügen. Dieser sollte jedoch auf zwei oder mehrere Parteien aufgeteilt werden - Hersteller und Ermittlungsbehörden - sodass dieser nie ohne das Wissen des anderen missbraucht werden könnte.

Internationale Diskussion

„Ich will keine Hintertür, ich will eine Vordertür. Und ich will, dass diese Tür viele Schlösser hat. Große Schlösser“, soll Rogers laut der Washington Post gesagt haben. Der Vorschlag ist nur einer von vielen in der anhaltenden Diskussion über Verschlüsselung. Auch ein Verbot von Verschlüsselung wurde unter anderem in Großbritannien vorgeschlagen. Viele Hersteller, darunter auch Apple, haben den Geheimdiensten zum Trotz ihre Geräte standardmäßig verschlüsselt. Die Behörden argumentieren, dass das Ermittlungsarbeit behindern und Kriminelle begünstigen würde.